Marketing-Technologien

18.05.2017
Wissen, wo sich der Kunde gerade aufhält – und ihn mit ortsbezogenen Informationen und Angeboten versorgen
Pixabay/mmisof
Wissen, wo sich der Kunde gerade aufhält – und ihn mit ortsbezogenen Informationen und Angeboten versorgen

Proximity Marketing: „Ansprache zur richtigen Zeit am richtigen Ort“

Was hat der Einsatz von Funktechnologien und ortsbezogenen Diensten wie Beacons oder Location-Based-Services, kurz LBS, der B2B-Kommunikation zu bieten? Vier Technologie-Lösungen zeigen, dass Proximity Marketing bei weitem nicht mehr nur auf B2C-Anwendungen für den stationären Handel beschränkt ist.

Im B2C-Sektor ist es schon lange eine beliebte Marketing-Teildisziplin: das Proximity Marketing. Über Beacons, münzgroße Bluetooth-Sender, und Apps erhalten potenzielle Kunden in der Nähe von Ladengeschäften und am Point-of-Sale (PoS) ortsbezogene Kaufangebote auf ihr Smartphone. Doch funktioniert das auch im B2B?

Smartphones auch im B2B nicht mehr wegzudenken

Michael Wolf, CEO wingu, setzt auf „individuelle KonaktstrategienwinguMichael Wolf setzt auf „individuelle Konaktstrategien"

Egal, ob Branding und Markenerlebnis, Kontaktanbahnung oder Loyalitätssteigerung, Kundenerforschung oder Service-Optimierung in Bereichen, die bislang werbefrei waren: Das B2B-Geschäft profitiert von den wachsenden technischen Möglichkeiten.

Weil sich der Fokus immer mehr auf mobile Endgeräte verschiebt, „ist es entscheidend, individuelle Kontaktstrategien zu entwickeln, unterschiedliche Lokalisierungstechnologien einzusetzen und orts- oder positionsrelevanten Content und Service zu versenden“, betont Michael Wolf, CEO des Hamburger Software-Anbieters wingu.

„Den richtigen Kunden, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und über den idealen Kanal mit der richtigen Kommunikation ansprechen"

Michael A. Kappler, Geschäftsführer Beaconinside: „Zusatzservices und weiterführende InformationenBeaconinsideMichael A. Kappler: „Zusatzservices und weiterführende Informationen"

„Kunden profitieren von möglichen Zusatzservices und weiterführenden Informationen“, ergänzt Michael A. Kappler, Geschäftsführer und Mitgründer von Beaconinside. So können Unternehmen „den richtigen Kunden, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und über den idealen Kanal mit der richtigen Kommunikation ansprechen“, erklärt Hester Hilbrecht, Head of Business Development der Proximity Agentur conichiwa. Dies schlage die Brücke zwischen der analogen und digitalen Welt und mache B2B-Marketing-Erfolge messbar.

Anwendungsszenarien für die B2B-Lead und -Kundengewinnung

Die Vorteile liegen einerseits in der direkten Ansprache neuer Kundenpotenziale. Diese erhalten auf Messen beispielsweise Benachrichtigungen über Aktionen und werden über angekündigte Zusatzinformationen und Mehrwerte zum Messestand gelockt.

Hester Hilbrecht, Head of Business Development conichiwa: „Brücke zwischen Analog und Digital schlagenconichiwaHester Hilbrecht: „Brücke zwischen Analog und Digital schlagen"

Unternehmen erhalten andererseits detaillierte Informationen über das Bewegungsprofil ihrer Interessenten und im Idealfall ein vollständiges Bild über deren Customer Journey: Welche Themen treiben sie an? Wie lange haben sie sich mit welcher Information beschäftigt? Welche Zusatzinformationen werden für sie relevant werden? Last, but not least: Wie können Firmen Kunden langfristig an sich binden und deren Zufriedenheit steigern?

Beacons: Wenn Menschen mit Maschinen kommunizieren

Da Menschen immer häufiger mit Maschinen kommunizieren, erhalten B2B-User im Industrie-4.0-Kontext immer häufiger via Beacons etwa wartungs- und sicherheitsrelevante Informationen. Beacons, die als Sensoren fungieren, messen unter anderem Werte wie Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Damit liefern sie ein Bild ihrer Umgebung.

Michael von Roeder macht „Prozesse digital verwertbarSensorbergMichael von Roeder macht „Prozesse digital verwertbar"

Andersherum dienen die Beacons auch der Maschinenortung, der von Fahrzeugen, Werkzeugen, aber auch der Lokalisierung von Menschen. Das Berliner Start-up Sensorberg setzt hier auf Near Field Communication (NFC), Quick-Response-Codes (QR) und Gesichtserkennung. „Wir helfen der Wirtschaft dabei, ihre Prozesse digital verwertbar und damit fit für die Zukunft zu machen“, kommentiert Sensorberg-CEO Michael von Roeder.

Marktübersicht Beacon-Technologien und Co.

Anbieter mit originären Beacon-Lösungen gibt es inzwischen viele. Dazu gehören neben wingu aus Hamburg unter anderem Beaconinside, die Proximity-Agentur conichiwa und Sensorberg – alle drei in Berlin beheimatet.

#1 wingu – Cloud-basierte Software-Plattform zur Erstellung, Pflege und Auswertung von LBS-Kampagnen

  • Design-Muster
  • keine Software-Entwicklung notwendig, sofort einsetzbar
  • Einfache Bedienung
  • Integration von Beacons unterschiedlicher Hersteller möglich
  • Technologieunabhängig: Bluetooth-Sender oder GPS-Ortung
  • Unterstützt iOS und Android
  • Jede App ist „wingu-fähig“
  • Content kann mit Eddystones im Browser angezeigt werden (keine App notwendig)
  • Schnittstellen zu externen Lösungen, etwa zum Analyse-Tool von Beaconinside

#2 Beaconinside Proximity DMP – Cloud-basierte Plattform, über die sich jegliche Proximity-Technologie verwalten und analysieren lässt

  • Hersteller- und Hardware-unabhängig
  • Unterstützt Eddystones, iBeacons, Geofencing und NFC
  • Integration in Online-Analytics-Systeme möglich
  • Analytics: Tracking und Analyse von On- zu Offline-Conversions sowie Besuchshäufigkeiten

#3 conichiwa – Proximity-Lösungen, um die physische Welt „interaktiver zu gestalten“

  • Schnelle Erkennungs-Software
  • Proximity Payment, Access Management, Indoor Navigation: etwa Erkennung von Usern, Versand von Push-Nachrichten, ortsbasierte Bezahlung und Datenanalyse
  • Integration in Kunden-App oder conichiwa-Lösung

#4 Sensorberg – Beacon-Technologie und IoT-Plattform

  • Beacons und Proximity Marketing
  • Lösungen für unterschiedliche Industrie 4.0-Szenarien
  • Basiert auf Technologien wie Bluetooth, RFID, Geofences, QR-Codes, WiFi
  • Verwendet Hardware-Standardkomponenten, dadurch können Kosten gespart werden
So funktioniert Proximity Marketing
Neben der Beacon-Installation braucht es eine aktive Bluetooth-Verbindung seitens des Empfängers. Außerdem benötigt dieser eine App, die mit den Funkchips kommuniziert. Die App empfängt Daten und zeigt auf dem Smartphone dann beispielsweise Push-Nachrichten mit Texten, Fotos, Videos, Fragebögen, PDF, Gutscheinen, Anmeldemasken und vielem mehr an.
Die Android-Beacon-Technologie Eddystone benötigt nicht einmal mehr eine spezielle App, um Inhalte anzuzeigen. Dafür erhält der Nutzer die Information in Form einer URL. Diese zeigt der Webbrowser Chrome dann automatisch an.
Eine neu abgewandelte Technologie ist das Tracking mittels Ultraschall. Dabei werden Signale gesendet, die für das menschliche Ohr nicht zu hören sind, wohl aber für Smartphones. Dadurch lassen sich potenzielle Kunden beispielsweise orten und mit zielgerichteter Werbung versorgen.

Marketeer’s Summary

Proximity-Lösungen sind auch im B2B-Geschäft vielseitig einsetzbar. Potenzielle Neukunden lassen sich orten und mit gezielten Informationen versorgen. Unternehmen erhalten Einsichten in die Customer Journey und damit Input für ihr Lead-Management. Zusätzlich unterstützt die Technologie die Mensch-Maschinen-Kommunikation. Spannende Industrie 4.0-Anwendungen dürften in den nächsten Monaten auf dieser Grundlage zu erwarten sein.

Autorin: Mareike Redder

Neuen Kommentar schreiben

Unsere Themen

Bei TONNO DIGITALE dreht sich alles um spannende Tipps und Praxiseinsichten zu folgenden Aspekten:

Events

Treffen Sie das TONNO DIGITALE-Team auf folgenden Veranstaltungen:

Agritechnica, Hannover
12. - 18.11. 2017
E-world 2018, Essen
06.-08.02.2018

Brain@plü)com

Sie wollen mehr über smarte B2B-Kommunikation wissen?

Internationale PR

Pressearbeit über Ländergrenzen hinweg: So packen Sie's richtig an

Content Marketing

So gelingen Content-Produktion, -Distribution und -Promotion

Thought Leadership

und welche Substanz – en détail – wirklich hinter dem Begriff steckt