MEINUNGSFÜHRER

16.02.2017
Thought Leader sind kompetente Führungspersönlichkeiten, die inspirieren und auf ihre Fähigkeiten vertrauen
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Thought Leader sind vor allem Leader – echte Führungspersönlichkeiten, die inspirieren, Kompetenz ausstrahlen und auf ihre Fähigkeiten vertrauen

Thought Leadership: Was wirklich hinter dem Begriff steckt

Für kaum einen Begriff kursieren derzeit so viele unscharfe Definitionen wie für das Thought Leadership. Die Folge: Der Nutzen als wertvolles Marketing-Instrument wird verkannt. Dabei macht Thought Leadership den Unterschied zwischen einem Experten und einem Vordenker.

#1 Themen setzen

Do: Zentrale Herausforderung bei der Thought-Leadership-Strategie ist es, die inhaltliche Ausrichtung festzulegen: Sie sollte in vielerlei Hinsicht belastbar sein und muss sie im Einklang mit der Expertise des Thought Leaders und den Kernkompetenzen des Unternehmens stehen.

„Thematische Einbahnstraßen vermeiden“

Mindestens ebenso wichtig bei der Themenauswahl: Der Experte kennt nicht nur seine eigenen Produkte, sondern auch die Belange seiner Branche – jetzt und in Zukunft. Und schließlich muss das Thema auch Entwicklungspotenzial bieten – Stichwort „Visionen“.

Don‘t: Fragestellungen ohne aktuellen Hintergrund oder Kunden- bzw. Branchenrelevanz führen in thematische Einbahnstraßen. Das würde vor allem belegen, dass ein vermeintlicher Thought Leader nicht über die erforderliche Kenntnis der Branchenbelange verfügt. Durchgefallen.

#2 Eine Frage der Persönlichkeit

Wegweiser-Persönlichkeiten bieten Orientierung, Inspiration, Impulse und tragen zur öffentlichen Meinungsbildung beiGreg RainesWegweiser-Persönlichkeiten bieten Orientierung, Inspiration, Impulse und tragen zur öffentlichen Meinungsbildung bei

Do: Nomen est omen – Thought Leader sind vor allem echte Führungspersönlichkeiten. Sie inspirieren, strahlen Kompetenz aus und vertrauen auf ihre Fähigkeiten. Viele dieser Soft Skills lassen sich zur Not auch mithilfe eines Trainers erlernen, wenn das Fundament – die eigene Expertise – auf sicheren Beinen steht.

Don‘t: Uninspiriertes Widerkäuen altbekannter Informationen sowie zaghafte Formulierungen und fehlender Mut, Aussagen über die Zukunft zu treffen. Das wird weder Kunden noch Kritiker überzeugen.

#3 Austausch mit anderen Experten

Do: Ein gesundes Maß an Kritikfähigkeit ist ein wichtiges Merkmal eines Thought Leaders. Dieser hört buchstäblich das Gras wachsen. Er wagt den Blick über den Tellerrand. Und er kann Visionen überzeugend einer breiten Öffentlichkeit vermitteln.

Thought Leadership meint auch Souveränität: Meinungsführer lassen es zu, dass Mitarbeiter wertvolles Detailwissen aus der Praxis ebenso wie Kritik einbringen

Doch er steht auch Argumenten und Innovationen von Wettbewerbern aufgeschlossen gegenüber. Diese Dialogfähigkeit macht den Menschen hinter dem Thought Leader durchlässig, nahbar und sympathisch – und damit überzeugender. Das sorgt letztlich dafür, dass Thought Leader hinsichtlich neuester Entwicklungen innerhalb und außerhalb der Firma immer bestens informiert sind.

Don‘t: Zu glauben, dass die eigene Expertise ausreicht, um Maßstäbe und Impulse zu setzen und entscheidende Bewegungen anzustoßen. Dies wäre kurzsichtig. Und das hätte sich nicht einmal ein Genie wie Einstein angemaßt.

#4 Prozesse aufsetzen und richtig kommunizieren

Do: Sich nachhaltig als Thought Leader zu etablieren, heißt eine Strategie zu verfolgen. Essenziell ist ein Kommunikationsplan, der genau aufzeigt, welche Ziele das Thought Leadership mit welchen Mitteln erreichen will. So lässt sich auch prüfen, wie effektiv die einzelnen Maßnahmen sind.

Hierbei kommt die klassische PR-Arbeit in Form von fundierten Fachartikeln, White Papers und Kommentaren in Fachmedien sowie der Tages- und Wirtschaftspresse ins Spiel. Auch Auftritte als Redner auf Kongressen und Messen sowie in TV und Hörfunk helfen dabei, das eigene Thema in einem branchenrelevanten Kontext abzubilden.

„An Fachwissen, Analysefähigkeiten und dem Blick für das ,Bigger Picture‘ führt kein Weg vorbei“

Es muss klar sein, wer sich wann zu welchen Themen äußert. Dazu braucht es Kommunikationsrichtlinien als Basis für ein sicheres Agieren und Reagieren auf kritische Presseanfragen, den Auftritt im Social Web und den Umgang mit Kunden oder Mitarbeitern.

Don‘t: Einfach loslegen, frei nach dem Motto: Wird schon schiefgehen. Und dabei vergessen, Zuständigkeiten und Abläufe klar zu definieren.

#5 Agil bleiben

Do: Thought Leadership ist kein Zustand, sondern eine nicht-lineare Entwicklung. Prozesse genau zu beobachten und, bei ausbleibendem Erfolg, die richtigen Gegen-Maßnahmen zu ergreifen, stellt eine Herausforderung für sich dar – vor allem ohne dabei in Aktionismus zu verfallen. An profundem Fachwissen in Verbindung mit ausgeprägten Analysefähigkeiten und dem Blick für das „Big Picture“ führt daher kein Weg vorbei.

Don‘t: Sich an einer Strategie festzubeißen, auf kurzfristige Erfolge zu hoffen und nicht in der Lage zu sein, flexibel auf Einflüsse von Innen und Außen zu reagieren.

Über Thought Leadership

Thought Leader sind Personen oder Unternehmen, die von Kunden, Experten, ihrer Branche und den Medien als führende Experten auf ihrem Gebiet geschätzt und anerkannt werden. Quintessenz:

  • Vorreiter bieten Orientierung und Inspiration; sie tragen zur öffentlichen Meinungsbildung bei
  • Sie sind Vordenker, nicht Mitläufer
  • Sie setzen Impulse und verstehen es, diese zu kommunizieren
  • Sie üben noch über die Grenzen ihrer Branche hinweg Einfluss aus

Nutzen: Bei einer Thought-Leadership-Strategie geht es um die konsequente Fokussierung auf ein zentrales Thema. Davon profitieren nicht nur die Sichtbarkeit und das Unternehmensprofil, sondern auch die Innovationsprozesse in der Organisation. Auch für das Employer Branding ist Thought Leadership von großem Vorteil, denn brillante Köpfe und kluge Denker ziehen einander an.

Autorin: Maria Steinfeldt

Sie wollen mehr wissen über die Methodik und das richtige Set-up einer Thought-Leadership-Strategie? Fordern Sie dazu unseren dreiseitigen Fachbeitrag an:
facts@tonno-digitale.de

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