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09.03.2017
Die CeBIT 2017: Für Marketeers, die über den Digitalisierungs-Tellerrand der Kommunikation blicken wollen
Deutsche Messe/CeBIT Preview 2017
Die CeBIT 2017: Sinnvoll für Marketeers, die über den Digitalisierungs-Tellerrand der Kommunikation hinausschauen wollen

What is in for B2B Marketeers: Lohnt sich der Besuch auf der CeBIT 2017?

Als „Helfer bei der Digitalisierung“ mit „Anwendungen für die Industrie“ – so vollmundig positioniert sich die kommende CeBIT. Doch lohnt sich für Marketeers oder Unternehmenskommunikatoren der Gang auf die ITK-Messe, die vom 20. bis zum 24. März 2017 in Hannover stattfindet?

Oliver Freese, Vorstandsmitglied Deutsche Messe: „Digitalisierung hat ihr Labor verlassen“Deutsche Messe/CeBIT Preview 2017Oliver Freese: „Digitalisierung hat ihr Labor verlassen“

Die Antwort lautet ja, wenn Sie sich für den bunten Mix trendiger CeBIT-Themen wie Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz oder Virtuelle Realität (VR) interessieren. Aber auch die Start-up- Plattformen „discover d!conomy“ (vor allem in der Spange von Halle 5 bis 9) und „Scale11“ (in Halle 11) haben denjenigen etwas zu bieten, die sich mit innovativen Unternehmen vernetzen möchten.

#1 Hier gibt's auch Lösungen für Marketing-Pflicht und -Kür

Wem das zu wild ist: Auch in ihrem Kerngeschäft kommen Marketing-Entscheider auf der CeBIT auf ihre Kosten. So präsentiert sich nicht nur der Cloud-Infrastrukturriese Adobe Systems mit seiner Marketing Cloud in Halle 3, während die virtuellen Speicher für komplexe Analysen und Prognosen des Giganten Amazon Web Services quasi auf dem Freigelände aufpoppen.

Wer dagegen Kollaboration-Tools wie Microsoft SharePoint sucht, ist in Halle 3 richtig.

„Mit digitalen Technologien wie Big Data können Unternehmen nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Produktivität erhöhen“

In Halle 4 präsentiert sich T-Systems als Scout für Customer Journeys und Big-Data-Analysen. Microsoft Dynamics wartet mit seiner CRM- und ERP-Software in Halle 5 auf. SAP stellt in Halle 4 seine Marketing-Cloud sowie sein CRM-System Hybris vor. Und Oracle ist nach der gerade erst erfolgten NetSuite-Akquisition in Gestalt eines Vortrags von Manager David Turner auf dem Digital ERP Stage am 22. März in Halle 5 zu erleben.

Last, but not least: CRM-Größen wie Salesforce stellen in Halle 9 und 11 aus. CAS gibt sich in Halle 5 die Ehre.

In derselben Halle diskutiert am 23. März Thomas Weyand von Marketo auf dem Podium über automatisierte Online-Marketing-Kampagnen – u.a. mit Vertretern von IBM. Und klar: Google und Marketing-Software-Lösungsanbieter Hubspot sind auch in Hannover. Nur einige, darunter Evalanche oder Facebook, sucht man hingegen unter den Ausstellern und Speakern vergebens. Das bedeutet: Die CeBIT zeigt einen guten Ausschnitt, nicht aber die gesamte Online-Marketing-Bandbreite.

#2 Impulse aus der Start-up-Szene nutzen

Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer bitkom: „Wer vorn dabei sein will, sollte sich auch mit Start-ups austauschen“bitkomDr. Bernhard Rohleder: „Wer vorn dabei sein will, sollte sich auch mit Start-ups austauschen“

Wer unterdessen den Schulterschluss mit jungen Innovatoren sucht, sollte sich „vor allem auch mit Start-ups austauschen“, rät Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des ITK-Verbands bitkom: „Mit digitalen Technologien wie Big-Data-Analysen können Unternehmen nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Produktivität erhöhen“, begründet er.

Rohleders CeBIT-Tipp: Unter dem Motto „discover d!conomy“ zeigen ausgesuchte CeBIT-Aussteller ihre herausragenden Showcases: Im B2B-Segment präsentiert sich etwa Workaround in München mit dem smarten Handschuh ProGlove für die Industrie. „Dieser soll in der Produktion für mehr Effizienz sorgen“, erklärt Kurator Rohleder. Dazu gebe der Handschuh Arbeitern Feedback zu ihren Arbeitsschritten oder ersetze den Barcode-Scanner.

Die Neugründung aconno in Düsseldorf ermöglicht es unterdessen Erfindern, Machern und Start-ups, Ideen im Internet der Dinge („IoT“), etwa innerhalb von Smart Homes, einfach und schnell umzusetzen.

#3 Networking-Fläche Scale11 bringt Start-ups und etablierte Unternehmen zusammen

Auf der Sonderfläche Scale11 und am Stand „Junge, innovative Unternehmen“ des Bundeswirtschaftsministeriums dreht sich alles um Networking, Know-how-Transfer, Business-Modelling und Development.

Ziel: der Austausch zwischen Start-ups und den „erwachsenen“ Firmen. Auf einer eigenen Bühne pitchen Gründer. Experten teilen ihre Sichtweise zur Zukunft der IT-Szene. Und Accelerator geben Gründern Business-Tipps. Im Format „Speeddating“ treffen Gründer auf Konzernleiter und Investoren auf Kreative.

Karl-Heinz Streibich, CEO Software AG: „In der digitalen Welt zu den Gewinnern zu gehören, ist für traditionelle Unternehmen möglich“Software AGKarl-Heinz Streibich: „In der digitalen Welt zu den Gewinnern zu gehören, ist für traditionelle Unternehmen möglich“

Hier geht es darum, die Potenziale von Co-Innovation zu heben, wie Karl-Heinz Streibich, CEO der Software AG, kürzlich in einem Vorabinterview zur CeBIT mitteilte: „In der digitalen Welt zu den Gewinnern zu gehören, ist für traditionelle Unternehmen möglich.“

„In zehn Jahren ist kaum noch ein Produkt ohne Künstliche Intelligenz denkbar“

Ein Start-up aus der „discover d!conomy“-Biosphäre ist etwa das auf Künstliche Intelligenz („KI“) fokussierte Berliner Start-up Inspirient. Es befasst sich mit „Deep-Learning-Anwendungen für die Industrie und der Ende-zu-Ende-Automatisierung, die Verarbeitungsketten vollautomatisiert abbilden kann“, erläutert Inspirient-Chef Dr. Georg Wittenburg.

Inspirient-Chef Dr. Georg Wittenburg: „Verarbeitungsketten vollautomatisiert abbilden“InspirientDr. Georg Wittenburg: „Verarbeitungsketten vollautomatisiert abbilden“

Konzerne wie Bosch haben diese Trends bereits aufgenommen. Entsprechend will der Technologiekonzern bis 2021 rund 300 Millionen Euro in die KI-Forschung stecken („Bosch Center for Artificial Intelligence“) und Software für die KI-Aufrüstung von Produkten entwickeln. „In zehn Jahren ist kaum noch ein Produkt aus dem Konzern ohne Künstliche Intelligenz denkbar“, versicherte Bosch-Chef Volkmar Denner in einem CeBIT-Kommuniqué. In fünf Jahren sollen mit KI schlau gemachte Produkte bereits zehn Prozent des Bosch-Umsatzes erzielen.

„Machine-Learning-Algorithmen und Software helfen, Informationen aus der physischen Welt zu organisieren und zu verstehen“

„In den nächsten fünf Jahren werden Machine-Learning-Algorithmen und Software helfen, die Informationen aus der physischen Welt zu organisieren und zu verstehen“, heißt es unterdessen von IBM Research im Vorfeld der CeBIT. In der Landwirtschaft unterstütze KI-Technologie beispielsweise bald bei der Wahl von Anbaumethoden und Saatgut, um den Ertrag zu optimieren ohne Grundwasserreserven zu verschwenden.

#4 Labor für Virtuelle Realität

Zusammen mit dem Technologie-Partner Hashplay (TONNO DIGITALE berichtete über virtuelle Messen) hat der CeBIT-Veranstalter Deutsche Messe für seine Aussteller das sogenannte Virtual Reality Lab eingerichtet.

Dr. Wolfram von Fritsch, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe: „Potenzial der zukunftsweisenden Technologie Virtual Reality voll ausschöpfen“Deutsche MesseDr. Wolfram von Fritsch: „Potenzial der zukunftsweisenden Technologie Virtual Reality voll ausschöpfen“

Ziel des Projekts ist es, „das Potenzial der zukunftsweisenden Technologie Virtual Reality voll auszuschöpfen“, erläutert Dr. Wolfram von Fritsch, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe. In diesem Jahr gibt es dazu und zu Augmented Reality auch einen eigenen Ausstellerbereich auf der CeBIT.

Laurenz Kirchner, geschäftsführender Partner Consulting & Management: „Beginnende Marktreife von VR und AR auch im Business-Umfeld“mm1Laurenz Kirchner: „Beginnende Marktreife von VR und AR auch im Business-Umfeld“

Zu diesem Themenkomplex veranstaltet die Deutsche Messe auch regelmäßig Webinare. Details unter folgendem Link. „Die beginnende Marktreife von Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen wird auch im Business-Umfeld zu sehen sein“, kommentiert Laurenz Kirchner, geschäftsführender Partner von mm1 Consulting & Management in Stuttgart.

Marketeers’ Summary

Die CeBIT 2017 lohnt sich für die Change Agents unter den Kommunikationsentscheidern – also für diejenigen, die die Digitalisierungsprozesse in ihrem Unternehmen über das Marketing hinaus vorantreiben. Diese Protagonisten benötigen ein Gesamtbild, das Lösungen für Produktion, Entwicklung und Administration mit einschließt.

Auch wenn es um die Vernetzung mit innovativen Unternehmensgründern aus den unterschiedlichsten IT-Bereichen geht, spricht vieles für den Trip nach Hannover. Aus dem Bereich Marketing-IT-Lösungen sind ebenfalls viele Big Player mit Stand oder Vortrag auf der CeBIT vertreten. Wer aber einen vollständigen Überblick auf die komplette Klaviatur des Digitalen Marketings sucht, für den ist die dmexco die bessere Alternative.

Autorin: Kristina Schreiber

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Was virtuelle Messen taugen – in TONNO DIGITALE

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