Serie: VR/AR (Teil #3)

27.03.2019
AR/VR-Anwendungen: Qualität richtig beurteilen
Quelle: unsplash.com/Patrick Schneider
Qualitativ hochwertige AR-Anwendungen sind durch grundsätzliche Parameter einfach zu bestimmen.

AR/VR-Anwendungen: Qualität richtig beurteilen

Für viele Marketeers, die sich erstmals mit einem eigenen AR/VR-Projekt befassen, ist eine zentrale Frage meist schwer zu beantworten: Was sind die Charakteristika einer qualitativ hochwertigen Anwendung? TONNO DIGITALE sprach mit Experten, wie Kommunikationsverantwortliche die qualitativen Unterschiede einer VR-Anwendung bestimmen können.

Wie bei allen Medien gibt es bestimmte Parameter, die man abfragen kann, meint Simon Graff, Vorstand Networking der Hamburger Initiative NextReality.Hamburg e.V. Unternehmen müssen bei der Ansicht einer VR-Anwendung auf folgende Punkte achten:

#1 Die Anwendung muss nutzerzentriert sein. Der Nutzer muss eine klare Struktur erkennen und in der Lage sein, sich alleine sofort dort zurechtzufinden.

#2 Die Grafik muss ansprechend und hochwertig gestaltet sein.

#3 Die Anwendung muss performancetechnisch flüssig sein. Sie darf nicht stocken oder flackern. Nutzern von VR-Anwendungen kann bei holprigen Anwendungen tatsächlich schnell schlecht werden oder sie fühlen sich im virtuellen Raum unsicher und unwohl.

#4 Die Audioqualität muss stimmig sein und realistische Audioeffekte erzeugen.

Markus Meyer-Westphal von customQuake versteht unter einer qualitativ hochwertigen Anwendung eine stimmige und handwerklich solide Arbeit. „Qualität in Software bedeutet auch immer Robustheit“, meint er.

Ein Anbieter, der qualitativ hochwertige Produkte herstellt, zeichnet sich außerdem dadurch aus, dass er sich in die Kundendomäne einarbeitet und diese auch versteht. So bleiben Marketeers davor sicher, eine unpassende Anwendung aufgeschwatzt zu bekommen.

Quelle: innoactive.de

Ein guter Anbieter schafft es, frühzeitig das spezifische Kundenwissen über Produkte, Projekte oder eine Branche in VR-/AR-Ideen zu katalysieren. Diese Ideen werden auf Machbarkeit validiert und konzeptuell ausgearbeitet. Diese eher kreative Leistung sollte sich früh abzeichnen.

Ein individuelles VR-/AR-Projekt ist hochagil, das heißt, es wird in vielen kurzen Iterationen verfeinert und verbessert. Für wirklich nutzenstiftende VR- oder AR-Anwendungen ist es daher auch erforderlich, dass der Kunde sich aus fachlicher Perspektive stark einbringt. Auch Graff betont, dass das Projekt gemeinsam mit dem Kunden laufend optimiert werden muss, bis beide Seiten zufrieden sind. Ein Dialog ist ihm als Dienstleister dabei besonders wichtig, egal, ob der Kunde vollkommener Neuling auf dem Gebiet der VR-Anwendung ist oder schon sehr viel darüber weiß. „Ein guter Entwickler setzt sich nicht nur mit dem Arbeitsauftrag, sondern auch mit dem Kunden und seinen Werten auseinander“, ergänzt Meyer-Westphal.

Quelle: innoactive.de

Die Recherche hochwertiger VR-Anwendungen
Bei der Beurteilung der Qualität eines guten Dienstleisters kann auch die Recherche von Best Cases im Branchenumfeld und vor allem bei den Wettbewerbern helfen. Was machen diese gut, was können Sie innovativer auf Ihre eigene Anwendung übertragen? Graff rät allen Unternehmen, erst einmal selbst zu recherchieren und sich einen Überblick zu verschaffen, was möglich ist und wer diese Möglichkeiten wie umgesetzt hat.
Markus Meyer-Westphal rät aber auch zur Vorsicht, wenn es um Referenzprojekte potenzieller Dienstleister geht: „Natürlich sind Referenzprojekte immer ein guter Maßstab, allerdings sollten Sie genau hinschauen, was Ihnen präsentiert wird. Es gibt tausende frei verfügbare Modelle und Projekte allein für die beiden großen VR-Engines Unity und Unreal. Ein geschickter Verkäufer kann Laien mit solchen Beispielen im ersten Workshop sehr beeindrucken“.

Deshalb gilt es noch einmal Graffs Rat zu beachten: Hinterfragen Sie kritisch, ob sich solch eine Anwendung tatsächlich für Ihre Zwecke lohnt und ob sich Ihnen ein Mehrwert bietet.
Wenn dies zutrifft und Sie die oben genannten Qualitätsmerkmale berücksichtigen, steht einem erfolgreichen VR-Projekt mit hohem Nutzwert nichts mehr im Wege.

Management Summary
Qualitativ hochwertige VR-Anwendungen können anhand klarer Parameter beurteilt werden. Marketeers, die sich für eine VR-Anwendung interessieren, können sich leicht darüber informieren, welche Best Cases es in ihrem Branchenumfeld gibt und sich daran orientieren. Eine Reihe spezifischer Merkmale können für die Beurteilung einer qualitativ einwandfreien VR/AR-Produktion herangezogen werden. Auf diese sollten Marketeers bei der Umsetzung von VR/AR-Projekten unbedingt achten.

Quelle: Simon Graff

Über Simon Graff:
Simon Graff startete als leidenschaftlicher VR-Enthusiast mit dem DK1 von Oculus in die virtuelle Realität. Jahre später betreut er die VR, AR und 360-Grad-Projekte der Hamburger Medienagentur ROBA Impact, tourt außerdem selbstständig als Speaker und Berater durchs Land — zudem engagiert er sich ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzender der Standortinitiative für immersive Medien der Hansestadt Hamburg, nextReality.Hamburg e.V.

Über Markus Meyer-Westphal:
Markus Meyer-Westphal ist Geschäftsführer und Solution Consultant des Hamburger Unternehmens customQuake. Das Unternehmen entwirft und implementiert für und mit ihren B2B-Kunden webbasierte Produkte und Applikationen, die Spaß machen und funktionieren. Dazu gehören neben innovativen Anwendungen für Content und Commerce auch der sinnvolle Einbezug von Künstlicher Intelligenz sowie Virtual und Augmented Reality.

Lesen Sie auch die beiden ersten Teile unserer Serie „VR und AR im B2B-Marketing“:

Autorin: Friederike Sajdak

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