Aus der Krise lernen

01.07.2020
Lernen aus der Krise
Quelle: unsplash.com/You X Ventures
Während der Krise zu einer lernenden Organisation werden – das gelingt mit diversen Teams und der Lust am Ausprobieren und Hinterfragen

Aus der Krise lernen, gestärkt herauskommen - einfach so?

[Lesezeit: 4-6 Minuten + 2 Videos] „Wir wollen gestärkt aus der Krise hervorgehen“. Das ist der häufigste Satz, den wir in den letzten Monaten in Beratungsgesprächen und Webkonferenzen zu hören bekommen haben. Hinzu kommt der oft gepredigte Vorsatz, die Krise als Möglichkeit zum Lernen und Entwickeln zu nutzen. Aber wie lassen sich solche Vorsätze erfolgreich umsetzen? Und wie soll das „aus der Krise lernen“ im Einzelnen eigentlich aussehen?

In unseren beiden neuen Videos zeigen wir Ihnen, wie Sie es als Unternehmen schaffen, sich zu einer lernenden Organisation zu entwickeln, die sich Wissen effizient aneignet und es effektiv dort einsetzt, wo es gerade benötigt wird.

Die Routine durchbrechen
Viele Unternehmen werden sich in zwei bis drei Jahren wundern, wo der frische Wind und all die wertvollen Erfahrungen hin sind, die sie jetzt gerade sammeln. Dafür gibt es folgende zwei Gründe.

Zum einen sind Routinen sehr mächtig. Eine Organisation kann man sich gut wie ein riesiges Pendel vorstellen. Es schwingt immer wieder in seine Ausgangslage zurück, wenn es nicht laufend in Bewegung gehalten wird.

„Das war ja damals ein absoluter Ausnahmezustand.“ Es sind Argumente wie diese, mit denen viele Führungskräften und Mitarbeiter auf die Corona-Erfahrungen zurückschauen werden, um einer Rückkehr in die gewohnten Bahnen das Wort zu reden. Sichtweisen, die einer nachhaltigen Erneuerung Ihres Unternehmens im Wege stehen und daher einer Klärung bedürfen.

Und der zweite Grund: Wenn Ihr Unternehmen vor der Krise kein lernendes Unternehmen war, dann wird es das auch nach der Krise nicht sein.

Ein lernendes Unternehmen fördert permanentes Lernen sowie Kreativität und Innovativität auf Ebene der Organisation, seiner Teams und der einzelnen Mitarbeiter.

Quelle: PLÜCOM

Geschützte Räume für effizientes Lernen
Vor allem die Art des Umgangs mit Informationen zeichnet ein lernendes Unternehmen aus: Es ist in der Lage, neues Wissen und erworbene Erkenntnisse

- anzueignen
- auszutauschen
- anzuwenden

und auf dieser Grundlage sein Verhalten zu verändern.

Das heißt in der Konsequenz, dass es keine heiligen Kühe im Unternehmen geben darf. Eine gute Idee darf niemals vor einer besseren geschützt werden.

Aktuell haben es viele Unternehmen schwer mit dem Lernen. Denn eine Organisation, die am Anschlag ist, in der Mitarbeiter Kurzarbeit fahren, in der Krisenprogramme, Cost-Cutting und Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt werden, und in denen Mitarbeiter große Umbrüche befürchten, ist keine lernende Organisation.

Deswegen ist es jetzt ganz wichtig, dass Sie für das Lernen aus der Krise geschützte Räume für freie, ergebnisoffene Diskussionen und Workshops organisieren - verbunden mit Zeit zur Reflexion, Einordnung und Bewertung im Team ebenso wie zwischen den Abteilungen.

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Zu einer lernenden Organisation werden – aber wie?
Haben Sie sich die oben beschriebenen Umstände klar gemacht, geht es nun an die Entwicklung hin zu einer lernenden Organisation.

Ihr wichtigstes Tool sind dabei Ihre Fähigkeiten und Skills als Führungskraft. Denn das geistige Kapital eines Unternehmens ist nichts anderes als das menschliche Kapital seiner Mitarbeiter mit ihren Kenntnissen, Qualifikationen und Kompetenzen. Ein Unternehmen ist umso erfolgreicher, je besser es versteht, diesen Schatz zu öffnen, zu nutzen und zu vermehren.

Wenn Sie es schaffen, die folgenden fünf Punkte umzusetzen, dann wird die Coronakrise für Sie zu einem wahren Innovationsmotor.

#1 Vision und Mission
Eine zentrale Voraussetzung für eine lernende Organisation sind eine Vision und eine Mission. Denn sie aktiviere Ihre Mitarbeiter und versetzen sie in die Lage, gezielt mitzudenken, Verantwortung zu übernehmen und ihre Kreativität einzubringen.

#2 Führungskultur („Leadership“)
Für eine lernende Organisation braucht es eine Führungskultur, die Mitarbeiter stärkt und sie befähigt, unabhängig von Hierarchien mitzugestalten und Entscheidungen zu treffen.

Vom gesamten Management braucht es dafür ein klares Bekenntnis zu einer Kultur der permanenten Veränderung. Nichts ist frustrierender für Mitarbeiter*inne, als wenn gute Ideen im Sande verlaufen und nicht zur Umsetzung kommen, weil sie an der viel beschriebenen Lehmschicht des Mittelmanagements scheitern.

#3 Eine Kultur des Erprobens und Veränderns
Eine lernende Organisation stellt systematisch ihre Prozesse und Strukturen in Frage. Das gibt Mitarbeitern die Gelegenheit, sich immer wieder mit neuen Lösungen einzubringen. Das funktioniert aber nur, wenn gute Ideen und Innovationen gefördert und belohnt werden.

Lernprozesse müssen auch als wichtiges Investment gesehen und mit einem eigenen Budget unterlegt werden. Ein Beispiel dafür ist das 20-Prozent-Projekt von Unternehmen wie 3M oder Google, das Mitarbeitern einen Teil ihrer Arbeitszeit für die Entwicklung eigener Lösungen reserviert.

Quelle: PLÜCOM

#4 Wissen teilen über die Abteilungsgrenzen hinweg
Qualifikationen und Wissen sind für das Unternehmen nutzlos, wenn diese nicht dort zur Verfügung stehen, wo sie gerade benötigt werden. Deshalb muss Wissen über alle Abteilungsgrenzen hinweg weitergegeben werden können.

Dafür braucht es Methoden und Technologien – aber eben auch eine Führungskultur, die Lernen aus Fehlern zulässt und die Weitergabe von Wissen aus den untersten Hierarchiestufen bis an die Unternehmensspitze fördert.

#5 Agiles Arbeiten im Team
Lernen vollzieht sich am besten innerhalb von Teams und weniger auf individueller Ebene, denn sie bieten die effektivste Lernumgebung in modernen Organisationen. Solange Teams nicht lernen können, kann die gesamte Organisation nicht lernen.

Die Lern- und Problemlösungskompetenz wächst, je unterschiedlicher Teams zusammengestellt sind. Ein Traumpartner für diese Art von Diversität sind agile Arbeitsmethoden. Denn hier geht es von vornherein darum, in Arbeitsschritten zu denken, in denen jedes Mal aus zurückliegenden Erfahrungen gelernt wird und eine Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen erfolgt.

Wenn Ihnen diese Punkte erst einmal als große Herausforderung erscheinen, machen Sie sich keine Sorgen! Es gibt kein Unternehmen, das gar nicht lernt. Diese Fähigkeit ist skalierungsfähig, das heißt, Sie können die Lernfähigkeit Ihrer Organisation an vielen Stellen Schritt für Schritt verbessern und sie zu einem Teil Ihrer Unternehmens-DNA machen.

Wenn Sie in einem persönlichen Gespräch mit mir erfahren möchten, wie Sie auf dem Weg zum lernenden Unternehmen am besten vorgehen können, buchen Sie eine kostenlose Impuls-Session mit mir. Sie erfahren darin, mit welcher Strategie Sie am besten zum Ziel kommen und welche Vorgehensweise für Ihr Unternehmen am Sinnvollsten ist.

Autor: Frank Plümer

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