B2B-Podcasts

26.03.2020
Podcasts bieten B2B-Marketers eine gute Möglichkeit, ihre Zielgruppe sehr persönlich anzusprechen.
Quelle: unsplash.com/Austin Distel
Podcasts bieten B2B-Marketers eine gute Möglichkeit, ihre Zielgruppe sehr persönlich anzusprechen.

In Kontakt bleiben mit B2B-Podcasts

[Lesezeit: 3-5 Minuten] In Zeiten von Corona und Home Office verändern sich die Tagesabläufe. Podcasts – ohnehin schon äußerst populär, gerade auch für Business-Themen – dürften dadurch jetzt noch einen zusätzlichen Schub erfahren und ihre Reichweiten weiter wachsen.

Podcasts bieten Unternehmen die Chance, ihre Mitarbeiter aber auch Kunden und Netzwerkpartner als Expertinnen und Experten zu präsentieren und auf diese Weise in regelmäßigem Kontakt zu bleiben mit den für sie relevanten Entscheidern im Markt. Als Gäste anderer Podcasts können Mitarbeiter/innen selbstverständlich auch platziert werden.

Welche Vorteile Podcasts Ihrem Unternehmen noch bieten, wie Sie Ihren eigenen Podcast aufnehmen und welche Podcasts Sie auf keinen Fall verpassen sollten, verrät Ihnen Joël Kaczmarek, Geschäftsführer von digital kompakt, im Interview.

TONNO DIGITALE: Warum sollten Mittelständler und Corporates B2B-Podcasts nutzen? Was können sie aus Podcasts lernen?
Joël Kacmarek:
Die Beantwortung dieser Frage hängt davon ab, aus welcher Sicht man es sieht. Wenn es darum geht, ob Mittelständler Podcasts nutzen sollen, um sich im digitalen Raum zu positionieren, bleibt sicherlich festzuhalten, dass diese eine sehr gute Möglichkeit bieten, einer jungen, digitalaffinen Zielgruppe tiefe und komplexe Inhalte näher zu bringen.

Die Retention Rate von Podcasts ist sehr, sehr gut und gleichzeitig wirkt das Format sehr stark. Wenn es auf der anderen Seite darum geht, den eigenen Mitarbeiter/innen Podcasts als Medium näher zu bringen, bietet sich die Möglichkeit, dass diese ihre unproduktive Zeit produktiv machen können. Auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport, in der Pause oder in der Freizeit lässt sich sehr aufwandsarm neues Wissen gewinnen und das sehr spielerisch und angenehm.

Wann empfiehlt es sich für Unternehmen, selbst Podcasts zu produzieren?
JK:
Wenn sie etwas zu sagen haben und dies in einem wiederholten Format. Und wenn sie jemanden haben, der sie bei der Umsetzung unterstützt. Der Einstieg in das Medium ist zwar denkbar einfach, unter dem Strich zeigt sich aber, dass es doch komplexer ist als gedacht, wenn es an die dauerhafte Umsetzung geht. Vor allem müssen die produzierenden Mitarbeiter/innen bedenken, dass niemand einem Unternehmen zuhören will, sondern Menschen. Die Frage ist also, wie sie einen Unternehmenszweck in ein Format gegossen bekomme, dass die Hörer/innen auch wirklich interessiert. Dann lautet die große Hausaufgabe, diesem Format zu Reichweite zu verhelfen.

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Welche Ausstattung benötigen sie in diesem Fall?
JK:
Ein Aufnahmegerät, ein Mikrofon, einen Computer und jemanden, der sich auf digitale Inhalte versteht.

Warum empfiehlt es sich als Mitarbeiter/in eines mittelständischen Unternehmens, in einem Podcast aufzutreten?
JK:
Weil sich auf diesem Wege Sichtbarkeit in der eigenen Organisation erzeugen lässt und gleichzeitig Informationen zum eigenen Arbeitsfeld durch die Organisation kaskadieren.

Unter dem Strich geht es dabei um soziales Kapital und darum, von anderen wahrgenommen zu werden.

Was sind die Vorteile eines B2B-Podcasts im Gegensatz zu anderen (Fach-)Medien?
JK:
Die Wirkung auf die Hörer/innen ist extrem hoch. Kaum ein anderes Format beschäftigt die Menschen so intensiv und so nachhaltig. Daneben lässt sich das Medium Podcast in Situationen konsumieren, in denen die Nutzer/innen von keinem Text- oder Bildmedium erreicht werden können, zum Beispiel beim Autofahren oder beim Sport. Dabei ist die Glaubwürdigkeit der Moderator/innen einfach tendenziell hoch, sie sitzen dem Gegenüber quasi im Ohr.

Wie schätzt du die Nutzung von Podcasts unter Marketers deutscher B2B-Unternehmen ein? Erkennst du eine Entwicklung?
JK:
Bisher gilt es, dieses Medium noch zu missionieren. Viele Marketing-Expert/innen haben sich damit noch wenig auseinandergesetzt, es setzt jetzt aber gerade eine sehr große Welle ein, sodass sich dies ändert. In den nächsten Jahren werden wir dort also noch einiges zu sehen bekommen und die Entwicklung von Plattformen wie Apple oder Spotify zeigt ja auch, wohin die Reise geht.

Kannst du uns 3 – 5 Podcasts oder Podcast-Folgen empfehlen, die auch für noch unentschlossene Marketers interessant sind?
JK:
Bei digital kompakt arbeiten wir als Podcast Label, das heißt, dort gibt es ganz unterschiedliche Formate, die alle unter einem Themendach gesammelt sind.
Sehr ansprechend finde ich die Podcasts von Kassenzone, die sich im Bereich E-Commerce bewegen. Wer sich eher für Finanzthemen interessiert, ist beispielsweise bei Payment & Banking sehr gut aufgehoben. Weitere Podcast-Empfehlungen: Masters of Scale, On the Way to New Work

Management Summary

Podcasts bieten sich auch für das B2B-Marketing an, um Mitarbeiter/innen als Experte/innen zu ausgewählten Themen und platzieren und an der Brand Awareness zu arbeiten. Die meist digital affinen Hörer/innen sind dabei vor allem an den Menschen interessiert, die im Podcast auftreten, nicht an einem Salespitch.

Da das Medium extrem persönlich auf die Hörer/innen wirkt, bieten sich für Marketers gute Möglichkeiten, ihre Themen direkt an ihre Zielgruppe heranzutragen und sich als Thought Leader im Gedächtnis zu verankern.

Über Joël Kaczmarek und digital kompakt

Quelle: Joël Kaczmarek

Joël Kaczmarek ist Gründer und Chefredakteur von digital kompakt, wo er die redaktionelle Ausgestaltung und das gesamte Business Development verantwortet. Vor der Gründung von digital kompakt wirkte er vier Jahre als Chefredakteur des Branchenblatts Gründerszene, welches er 2014 als Mitgründer des dahinter stehenden Verlags Vertical Media an Axel Springer verkaufte. Darüber hinaus ist er Autor der Bestseller-Biografie „Die Paten des Internets“ über die Internetgründer Alexander, Marc und Oliver Samwer.

digital kompakt ist Deutschlands größtes Label für Business- und Digitalpodcasts. Dabei bietet es verschiedene Formate zu digitalen Trends, Branchen, Geschäftsmodellen und Unternehmen. digital kompakt berichtet tiefenanalytisch über die wesentlichen Vorgänge und Faktoren der Branche, erklärt Hintergründe und prognostiziert Trends.

Werben in Podcasts

Podcasts bieten sich auch als Werbeplattform an. Dabei ist die Werbung entweder zu Beginn, am Ende oder mitten im Podcast integriert, wird meist direkt von der Moderatorin/ vom Moderator eingesprochen und unterbricht so nicht das Hörerlebnis. Dadurch hören sich bis zu 93% der Zuhörer/innen die Werbung an. Die Agentur Podstars hat sich auf die Vermarktung von Podcasts spezialisiert und hat dadurch ein breites Angebot mit unterschiedlichen Podcasts, auf denen verschiedene Zielgruppen erreicht werden können.

Bei digital kompakt kann ebenso Werbung für die einzelnen Podcasts gebucht werden. 60 Prozent der Zuhörer/innen bei digital kompakt sind dabei Entscheider aus dem B2B-Bereich und in einem Alter von 20 bis 39.

Das Interview führte Friederike Sajdak

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