Serie: Social Media im B2B (Teil #1)

28.09.2017
Social Media im B2B
Unsplash/freestocks
Facebook, Twitter, YouTube und Co. sind vielen aus dem privaten Bereich bekannt. Aber für Investitionsgüter?

B2B und Social Media – echt jetzt?

Dass B2C-Unternehmen auf Social Media Kanälen erfolgreiche Kampagnen fahren, ist nichts Ungewöhnliches. Aber B2B-Unternehmen und Social Media – das ist auch im Jahr 2017 noch keine Selbstverständlichkeit.

In unserer neuen Serie führen wir Sie in die Welt des Social Media Marketings ein: Was spricht für den Einsatz von Social Media für B2B-Unternehmen? Welche sind die richtigen Plattformen? Und was gibt es beim Social Media Marketing zu beachten? Den Anfang macht eine erste Einführung in die Thematik. Sie liefert Ihnen sechs gute Gründe, warum der Einsatz von Social Media auch im B2B-Geschäft sinnvoll ist.

Sinneswandel im B2B?

Noch vor drei bis fünf Jahren standen etliche Marketing-Leiter der Idee von Social Media Kampagnen für den B2B-Sektor eher skeptisch gegenüber. Für viele waren die sozialen Netzwerke auf den privaten Gebrauch beschränkt, erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen hatten in den persönlichen Timelines nichts zu suchen. Dieser Gedanke hat sich inzwischen – wenn auch langsam – geändert. Laut Statista sind es aber immer noch nur 32 Prozent der deutschen Unternehmen, die die sozialen Kanäle für ihr Marketing nutzen. Dabei sind 74 Prozent der 40-49-Jährigen und 64 Prozent der 50 bis 59-Jährigen in den sozialen Netzen unterwegs (Faktenkontor Social Media Atlas 2016/2017) – die für Investitionsentscheider typischen Altersgruppen sind dort also in hohem Maße präsent.

Sechs gute Gründe für Social Media

#1 Glaubwürdigkeit von sozialen Gruppen

Empfehlungen von Freunden und Bekannten sowie Personen aus dem persönlichen Umfeld genießen höchstes Vertrauen. Das Vertrauen in die Medien hat demgegenüber in den vergangenen Jahren stark abgenommen, 2017 befindet es sich laut Edelmann Trust Barometer sogar mit nur 43 Prozent auf einem Rekordtief. Unternehmen sollten daher auf den Peer-to-Peer-Mindset setzen: Gefällt also einem Interessenten ein Beitrag eines Unternehmens beispielsweise auf Facebook, ist es wahrscheinlicher, dass auch seine Berufskollegen diesen Beitrag positiv auffassen.

Nielsen Trust Report 2015, Vertrauen in WerbeformenAuch der Nielsen Social Media Report zeigt: Uns bekannten Personen vertrauen wir am meisten

#2 Der Einfluss der PR relativiert sich

Auch wenn die großen Branchen-Leitmedien heute noch für News und Backgrounds von zentraler Bedeutung sind: Die Rolle der klassischen Print-PR relativiert sich. Der Lesetrend geht heute immer mehr in Richtung Online-Medien und Social Media, ohne dass das Zeitbudget beim Entscheider wächst. Hinzu kommt, dass auch die Fachmedien ihren Charakter verändern: Von Earned Media hin zu Paid Media, also dem Verkauf redaktioneller Werbeflächen im Medium. Formate wie Advertorials führen aber dazu, dass die Glaubwürdigkeit der Titel insgesamt sinkt – „Das sind doch eh nur bezahlte Inhalte.“

#3 Social Media ist so viel funktioneller

Social-Media-Inhalte sind sehr viel funktionieller als beispielsweise Print-Veröffentlichungen: Beiträge können geteilt, kommentiert und kuratiert werden. In vielen Unternehmen hält sich der Irrglaube, dass alle Beiträge auf dem Unternehmensblog oder der Facebook-Seite aus der eigenen Feder stammen müssen. Das ist aber nicht so. Durch die Einbindung von externen Experten, Insights aus anderen Märkten und geteilten Beiträgen von Partnern wird der Online-Auftritt schnell mit relevanten Inhalten gefüllt. Positiver Nebeneffekt: Das Unternehmen erreicht auch Personen, die nicht zu ihrer ursprünglichen Zielgruppe zählten.

#4 Social Media als Suchmaschine

Nutzer suchen verstärkt über die sozialen Kanäle auch nach Unternehmen, Produkten, Nachrichten und neuen Trends. Hätten Sie es gewusst? YouTube ist nach Google die zweitgrößte Suchmaschine. Unternehmen tun also gut daran, mit ihren Innovationen auch in den sozialen Netzwerken präsent und findbar zu sein.

#5 Immer zur Stelle

Social Media eignet sich auch für den Kundensupport. Die Deutsche Bahn beispielsweise hat durch den Ausbau ihres Supports auf Twitter teure Callcenter-Kapazitäten reduzieren können – sehr zur Freude der Bahn-Kunden, die nun schnell und unkompliziert Antworten auf ihre Fragen und Beschwerden erhalten. Auch die Telekom hat mit „Telekom hilft“ einen ähnlichen Service erfolgreich auf Facebook und Twitter etabliert.

DB Personenverkehr auf TwitterQuelle: Twitter/DB PersonenverkehrAuf Twitter erhalten Bahnfahrer schnell und einfach Auskunft

#6 Social Media als Teil des Sales Funnels

Der vielleicht wichtigste Grund für Social Media: Die Möglichkeit, den Dialog mit potenziellen Kunden zu starten und Leads zu generieren. Denn ein Like oder das Abonnement des Newsfeeds des Unternehmens zeigt diesem an, wer sich für das Unternehmen interessiert und bei wem es sich lohnt, den Kontakt weiter auszubauen. Mehr noch: Unternehmen lernen ihre potenziellen Kunden im Dialog Schritt für Schritt besser kennen und erhalten wertvolle Informationen über sie.

Marketeers‘ Summary

Wer bisher Bedenken gegenüber dem Einsatz von Social Media im B2B-Geschäft hatte, sollte jetzt hoffentlich überzeugt sein. Die sozialen Netzwerke bieten auch für B2B-Unternehmen viele Vorteile, die mit relativ geringem Aufwand ausgeschöpft werden können. Welches Netzwerk dabei das richtige ist, muss jedes Unternehmen individuell für sich analysieren. Darauf gehen wir im nächsten Teil unserer Serie näher ein.

Autor: Mareike Redder

Ausblick auf Social-Media-Serie:

  • Facebook, Twitter, Xing und Co – ein Überblick über die bekanntesten Netzwerke (TONNO DIGITALE 10/17)
  • Key Insight #1: Content first, Silos einreißen (TONNO DIGITALE 11/17)
  • Key Insight #2: Mit relevanten Inhalten Content-Friedhöfe vermeiden (TONNO DIGITALE 12/17)
  • Key Insight #3: Strategie ist alles (TONNO DIGITALE 01/18)
  • Key Insight #4: Ohne Budget geht es nicht (TONNO DIGITALE 02/18)
  • Key Insight #5: Die smarte Umsetzung (TONNO DIGITALE 03/18)

Neuen Kommentar schreiben

Im Rahmen der Kommentarfunktion erheben wir personenbezogene Daten (Name, IP-Adresse) im Falle einer Kommentierung eines Beitrags. Beachten Sie dazu bitte unsere Datenschutzerklärung.

Beliebteste Artikel

Unsere Themen

Bei TONNO DIGITALE dreht sich alles um spannende Tipps und Praxiseinsichten zu folgenden Aspekten:

Events

Treffen Sie das TONNO DIGITALE-Team auf folgenden Veranstaltungen: