Interview: TÜV Rheinland

22.02.2018
Digitaler Reifegrad Digitalisierungsspiegel
Quelle: Unsplash/Dan Gold
Noch grün hinter den Ohren oder schon vollends ausgereift? Der Digitalisierungsspiegel von TÜV Rheinland ICT & Business Solutions gibt Auskunft über den digitalen Reifegrad eines Unternehmens

Digitaler Reifegrad des deutschen Mittelstands

[Lesezeit: 6-8 Minuten] Wissen Sie, wo Ihr Unternehmen in Sachen Digitalisierung steht? Norman Hübner, Global Head of Communication ICT & Business Solutions bei TÜV Rheinland erläutert, wie Sie mit Hilfe des Digitalisierungsspiegels Ihren Digitalisierungsgrad ermitteln.

Die Digitalisierung schreitet schnellen Schrittes voran und bringt für Unternehmen und ganze Branchen weitreichende Veränderungen mit sich. Besonders im Mittelstand ist der Weg hin zur Digitalisierung oft lang und steinig. Hinzu kommt, dass kleine und mittelständische Unternehmen kein Bild davon haben, wie ihr digitaler Reifegrad im Vergleich zum Wettbewerb überhaupt ausgeprägt ist. In welchen Bereichen sind sie schon gut aufgestellt? Wo gibt es Handlungsbedarf? Wie sollten sie die Digitalisierung angehen? Und und und.

Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Führungskräfte mit Hilfe des Digitalisierungsspiegels von TÜV Rheinland. Das langfristig angelegte Online-Panel liefert ihnen einen Überblick über den digitalen Standort des Unternehmens und dessen Digitalisierungsgrad, auch im Vergleich innerhalb der Branche.

Wie kam es zur Entwicklung des Digitalisierungsspiegels?

Norman Hübner, Global Head of Communication ICT & Business Solutions bei TÜV RheinlandNorman Hübner, Global Head of Communication ICT & Business Solutions bei TÜV Rheinland

„Wir haben bei TÜV Rheinland schon sehr früh festgestellt, dass sich einerseits viele unserer Kunden noch gar nicht oder wenig mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt hatten“, berichtet Norman Hübner, Global Head of Communication ICT & Business Solutions bei TÜV Rheinland. „Oder sich nicht bewusst darüber sind, wie digitalisiert sie eigentlich sind. Andererseits wollten wir auch darauf aufmerksam machen, dass wir bei TÜV Rheinland uns der Thematik angenommen haben und Unternehmen bei ihrer Digitalisierung beratend zur Seite stehen.“

Fortlaufendes Benchmarking

„Das nahmen wir Anfang 2017 zum Anlass, gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder zunächst eine Studie zum digitalen Reifegrad im Mittelstand durchzuführen.“ Insgesamt 110 mittelständische Unternehmen haben teilgenommen und beantworteten rund 70 Fragen zu unterschiedlichen Unternehmensbereichen und ihrem digitalen Reifegrad. „Im Juni lagen uns schließlich die Ergebnisse vor“, so Hübner weiter. „Dabei wollten wir es aber nicht belassen, die Studie sollte dynamisch weitergeführt und zu einem fortlaufenden Benchmarking werden. Also übertrugen wir die Fragen in ein dynamisches Online-Panel und entwickelten den Digitalisierungsspiegel“ – der übrigens kostenlos ist.

Die Studienergebnisse wurden dabei als Vergleichsbasis für die Teilnehmer des Digitalisierungsspiegels genutzt. Hübner: „Das hatte den Vorteil, dass bereits Teilnehmer der ersten Stunde sich mit anderen Unternehmen ihrer Branche vergleichen konnten und ihre Ergebnisse nicht im ‚luftleeren‘ Raum standen.“

An wen sich der Digitalisierungsspiegel wendet

Der Digitalisierungsspiegel richtet sich in erster Linie an Entscheider in mittelständischen Unternehmen. Das bedeutet jedoch nicht, dass zum Beispiel der Geschäftsführer den Fragebogen allein ausfüllen sollte. „Die genauesten Ergebnisse erhalten Unternehmen dann, wenn sie sich gemeinsam, im Team mit Bereichsleitern oder den Verantwortlichen der einzelnen Bereiche, mit den Fragen beschäftigen und sie beantworten“, weiß Hübner.

Quelle: YouTube/TÜV Rheinland
Warum es sich für Mittelständler lohnt mitzumachen, erklärt auch dieses kurze Video

Wie ist der Digitalisierungsspiegel aufgebaut?

Der Fragenkatalog umfasst insgesamt 80 Fragen, aufgeteilt in neun Kategorien wie zum Beispiel für den Bereich Logistik, Produktion, Verwaltung, Marketing oder IT. Für jede Kategorie gilt es zu evaluieren, wo das Unternehmen bei der Digitalisierung steht und wie es sich selbst sieht. Aber auch, wie wichtig der jeweilige Bereich aus Unternehmenssicht für die Digitalisierung ist.

Das Unternehmen erhält basierend auf den Antworten ein Ergebnis-PDF, in dem die persönliche Selbsteinschätzung des Unternehmens zum Bedeutungs-, Umsetzungs- und Modernisierungsgrad sowie die Tranformationshürden der Digitalisierung allgemein sowie detailliert für jeden abgefragten Bereich zusammengefasst sind.

Analoger Bewahrer oder doch Digitaler Pionier? Quelle: Screenshot Digitalisierungsprofil Analoger Bewahrer oder doch Digitaler Pionier - welcher Reifegradtyp ist das Unternehmen?

Die GAP-Analyse zeigt die Abweichung zwischen der Bedeutung der Digitalen Transformation und dem Umsetzungsgrad/HürdenQuelle: Screenshot Digitalisierungsprofil Die GAP-Analyse zeigt die Abweichung zwischen der Bedeutung der Digitalen Transformation und dem Umsetzungsgrad/Hürden

Die Antworten der Teilnehmer werden außerdem anonymisiert in Beziehung zur Referenzgruppe, die aus den Ergebnissen der Studienteilnehmer sowie denen der bisherigen Panel-Teilnehmer besteht, und der jeweiligen Branche gesetzt.

Der bereichsübergreifende Vergleich gibt Aufschluss über das eigene Reifegradniveau im Vergleich zur BrancheQuelle: Screenshot Digitalisierungsprofil Der bereichsübergreifende Vergleich gibt Aufschluss über das eigene Reifegradniveau im Vergleich zur Branche

Anhand dieser Daten ermittelt der Digitalisierungsspiegel einen Reifegradtyp für das Unternehmen: Ist es ein digitaler Pionier oder doch eher der digitale Verfolger? Möglich sind auch digitale Nachzügler und analoge Bewahrer. Wie ist das Reifegradniveau der jeweiligen Branche? Je nach Reifegradtyp erhält das Unternehmen abschließend erste Handlungsempfehlungen für die eigene Digitalisierung und für die zukünftige strategische Gestaltung des Digitalisierungspfades. „Diese Handlungsempfehlungen können bei Bedarf auch in einer individuellen Beratung durch uns vertieft werden. Da gehen wir dann in die Tiefenanalyse und erarbeiten gemeinsam eine Digitalisierungsstrategie“, erklärt Hübner.

Als Ergebnis erhalten die Teilnehmer eine erste Handlungsempfehlung für die eigene digitale StrategieQuelle: Screenshot DigitalisierungsprofilAls Ergebnis erhalten die Teilnehmer eine erste Handlungsempfehlung für die eigene digitale Strategie

Erste Ergebnisse

Aber wie steht es nun um die Digitalisierung im deutschen Mittelstand? Bei der Reifegradverteilung zeigt sich das Bild uneinheitlich: Jeweils rund 30 Prozent der Teilnehmer erreichten demnach die Kategorie der Digitalen Pioniere (30 Prozent; überdurchschnittlicher Digitalisierungs-Reifegrad) und die der Analogen Bewahrer (32 Prozent; der am wenigsten entwickelte Reifegrad). Platz drei belegen die Digitalen Nachzügler (24 Prozent), Schlusslichter sind die Digitalen Verfolger (14 Prozent).

Digitalisierung in Unternehmensbereichen

Die Ergebnisse der Studie zeigen zudem, dass die Digitalisierung in den verschiedenen Unternehmensbereichen auch unterschiedliche Auswirkungen hat. Die Produktion beispielsweise muss sich mit Themen wie Industrie 4.0, Internet of Things oder Big Data auseinandersetzen, Marketing und Vertrieb hingegen unter anderem mit neuen Online-Vertriebs- und Marketingkanälen sowie der Echtzeit-Auswertung und -Bereitstellung von Daten. HR sieht sich vor der Aufgabe, den Verwaltungsaufwand durch Prozessautomatisierung zu reduzieren oder auch die Rekrutierungsprozesse an das moderne, digitale Bild des Unternehmens anzupassen. Die vollständigen Studienergebnisse können Sie hier kostenlos anfordern.

„Die Studie hat uns bereits spannende Einblicke geliefert, der Digitalisierungsspiegel wird hier bestimmt noch einige weitere wichtige Erkenntnisse hinzufügen. Die Ergebnisse stehen uns voraussichtlich im Frühjahr dieses Jahres zur Verfügung“, sagt Norman Hübner.

Sein abschließender Tipp für Unternehmen, die noch Nachholbedarf bei der Digitalisierung sehen: „Beginnen Sie zunächst in einem Bereich damit, die Digitalisierung umzusetzen. Nehmen Sie sich nicht direkt alles auf einmal vor. Wenn Sie zunächst in einem Bereich anfangen und ihr Digitalisierungsprojekt umsetzen, können Sie aus den gewonnenen Erfahrungen lernen und diese Erfahrungen in die Umsetzung in anderen Bereichen einfließen lassen.“

Marketeers‘ Summary

Mit Hilfe des kostenlosen Digitalisierungsspiegels von TÜV Rheinland erhalten mittelständische Unternehmen eine erste Einschätzung ihres Digitalisierungsstandes und den damit verbundenen Möglichkeiten. Auf Basis dieser Daten können sie anschließend an ihrer eigenen Digitalisierungsstrategie arbeiten und sie Schritt für Schritt auf die einzelnen Bereiche ausrollen – Unterstützung erhalten sie dabei bei Bedarf von TÜV Rheinland.

Autor: Mareike Redder

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