Tool Review: E-Paper

19.10.2017
Inhalte digital in Form eines E-Papers aufzubereiten hat für Unternehmen viele Vorteile
Quelle: Pixabay/coyot
Inhalte digital in Form eines E-Papers aufzubereiten hat für Unternehmen viele Vorteile

E-Paper: Digitale Inhalte zum „Anfassen“

[Lesezeit: 5-7 Minuten] Unternehmen investieren viel Zeit und Budget in die Erstellung von Content. Fachbeiträge, Messe-Broschüren, Infografiken, Produktinformationen oder auch Videos werden jedoch meist nur einmalig für ihren ursprünglichen Zweck eingesetzt. E-Paper sind eine gute Möglichkeit, diese Inhalte zu „veredeln“ und langfristig zur Verfügung zu stellen.

Bei einem E-Paper handelt es sich ganz einfach gesagt um eine digitale Version eines meist mehrseitigen Print-Objekts. Ein E-Paper kann dabei sowohl die einfache digitale Kopie eines Magazins oder einer Broschüre sein, in dem lediglich starre Texte, Bilder und Grafiken abgebildet sind. Oder aber es kann inhaltlich erweitert, attraktiv aufbereitet und als eine interaktive Publikation mit Videos, Bildergalerien und Links in Erscheinung treten. So bieten viele Unternehmen, die ein Kunden- oder Mitarbeitermagazin veröffentlichen, dieses auch in digitaler Form als Eins-zu-eins-Kopie an, andere Formate wie Geschäftsberichte oder Produktbroschüren werden mit zusätzlichen Inhalten wie Videos und Animationen angereichert.

Ein schönes Beispiel für ein E-Paper mit zahlreichen multimedialen Elementen ist das E-Paper des Küchenmöbelgeschäfts SieMatic. Die Einbindung der Videos erfolgt hier nicht in Form von einfachen Links – sie werden als Video-Symbol angezeigt und öffnen sich beim Klick in einer separaten Shadow-Box.

Auch der Nachhaltigkeitsbericht 2016 des Tiefkühlkostherstellers FRoSTA ist als E-Paper verfügbar. Neben informativen Texten und Grafiken finden die Leser hier auch Bildergalerien, Links auf die Produktseiten und Video-Verlinkungen.

E-Paper eignen sich aber nicht nur für die Präsentation von Produkten. Das Wirtschaftsmagazin The Economist beispielsweise hat mit Hilfe der Online-Plattform turtl eine Reihe von E-Papern gestaltet und stellt sie den Lesern als Stories zur Verfügung. So wurde zum Beispiel auch das Thema Brexit in einem kurzen E-Paper thematisiert.

Diese digitalen Versionen, egal ob interaktiv oder nicht, bieten für Unternehmen viele Vorteile. Sie erhöhen die Reichweite des Objektes über das Print-Format hinaus und können in den digitalen Sales-Funnel eingebunden werden – zum Beispiel im Rahmen der Lead Generierung. E-Paper bieten im Vergleich zu sonstigen digitalen Medienformen dabei den Vorteil, dass sie den Lesern ein Gefühl des Umblätterns geben und den Eindruck einer Haptik vermitteln. Das bringt auch mehr Spaß beim Lesen der Inhalte. Unterstützt wird der Leseanreiz durch die interaktiven Formate Video, Animation und Bildergalerie.

Die Umsetzung

Hat ein Unternehmen bereits zum Beispiel eine Broschüre für den Druck erstellt, kann dieses Dokument relativ unaufwändig in E-Paper-Format umgewandelt werden – entweder mit Hilfe von (Online-) Software, oder aber durch einen externen Dienstleister. Liegen die Inhalte noch nicht im fertigen Broschürenformat vor, oder sollen noch Videos oder andere interaktive Inhalte eingefügt werden, ist der Aufwand etwas größer. Hierbei übernimmt ein Grafiker die Erstellung des Dokuments nach den Vorgaben des Unternehmens. Dieses Dokument wird zuletzt in das E-Paper-Format umgewandelt.

Make or buy?

Diese Frage muss ein Unternehmen für sich selbst beantworten, denn beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.

Unternehmen, die ihr E-Paper selbst erstellen möchten, finden online zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten, Anbieter und Tools. Die Sharing-Plattform Issuu beispielsweise ermöglicht Unternehmen die einfache Erstellung und Verbreitung von E-Papern. Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um die digitale Version einer PDF-Datei, ohne zusätzliche interaktive Elemente. Das E-Paper wird schließlich auf der Issuu-Webseite bereitgestellt und kann von Besuchern „vor Ort“ angeklickt und gelesen oder als Link per E-Mail und Social Media geteilt werden. Issuu gibt es sowohl als kostenlose als auch als bezahlte Start-Up-, Business- oder Team-Version. Preislich bewegen sich diese Versionen zwischen 19 und 269 US-Dollar pro Monat, mit unterschiedlichen Distributions-, Analyse- und Veröffentlichungsmöglichkeiten.

Eine deutsche beziehungsweise schweizerische und dazu auch noch kostenlose Alternative ist Yumpu. Nutzer laden hier ihr PDF hoch und können darüber hinaus auch multimediale Elemente wie Audio, Video und Links einfügen. Yumpu bietet darüber hinaus die Möglichkeit, das E-Paper auf der eigenen Webseite, dem Blog oder auf Social Media bereitzustellen. Aber auch bei Yumpu gibt es Funktionen, die nur gegen Bezahlung genutzt werden können. Die Preise starten bei acht Euro im Monat für die werbefreie Version und gehen rauf bis 277 Euro für die PROKIOSK-Version.

Eine Software-Lösung ist FlipViewer Xpress. Ähnlich wie bei den Online-Lösungen legt der Nutzer hier ein Projekt an, lädt die PDF-Dateien hoch und verlinkt auf Wunsch multimediale Inhalte wie Audiodateien, Videos und Animationen. Das Design des E-Papers kann an das Corporate Design des Unternehmens angepasst werden, zusätzlich können die erstellten E-Paper als App bei iTunes und im Google Play Store angeboten werden. Eine Übersicht über alle Funktionen und Erweiterungen gibt’s auf der Webseite des Unternehmens, den Preis für die Lösungen auf Anfrage.

Der Vorteil von Online-Services und Tools liegt besonders im günstigeren Preis im Vergleich zu externen Dienstleistern. Jedoch müssen Unternehmen den Aufwand selbst übernehmen, ihre Inhalte in Form zu bringen und sie in ein E-Paper umzuwandeln – inklusive Implementierung von Videos und anderen multimedialen, interaktiven Elementen.

Dienstleister haben den Vorteil, dass sie sich um die komplette Umwandlung des Dokuments kümmern, der Aufwand für das Unternehmen selbst ist dadurch geringer: Der Kunde liefert dem Dienstleister ein fertiges Dokument, zum Beispiel ein PDF, in dem alle Texte und Bilder bereits richtig angeordnet und gelayoutet sind. Damit der Dienstleister multimediale Inhalte in das E-Paper einfügen kann, müssen Videos und Animationen separat zur Verfügung gestellt werden, zum Beispiel als YouTube-Video oder abgelegt auf einem Server.

Bei Bedarf kann ein Dienstleister auch das Hosting des E-Papers übernehmen, alternativ kann es jedoch auch auf dem Server des Unternehmens abgelegt werden. Für die Beauftragung eines externen Spezialisten bekommen Unternehmen eine Beratungsleistung, gestalterisches Know-how und können sich so im besten Fall sicher sein, dass ihr E-Paper ansprechend gestaltet und voll funktionell ist. (Angebot und Vorgehensweise können je nach Dienstleister unterschiedlich ausfallen)

Marketeers‘ Summary

Mit Hilfe eines E-Papers können einmal erstellte Inhalte schnell und sinnvoll wiederverwertet und für die digitale Kommunikation erneut eingesetzt werden. Dabei eignet sich prinzipiell jedes Content-Format und jeder Inhalt für die Umwandlung in ein E-Paper. So können Produktbroschüren digitalisiert werden, aber auch ganze Geschichten in Form von digitalen Magazinen und Heften aufbereitet und mit Videos, Audiodateien und Bildern ergänzt werden. Hierfür stehen Unternehmen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung: selbst erstellen und mit Hilfe von Online-Services oder Tools in ein E-Paper umwandeln, oder einen externen Dienstleister hinzuziehen, der den gesamten Prozess der Erstellung professionell verantwortet.

Autor: Mareike Redder

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