Serie: Souverän vor Kamera und Publikum (Teil #1)

21.02.2019
Manager Fernsehen Auftritte Coaching
Quelle: Unsplash/Bram van Oost
Einmal den "Ernstfall" eine Kamera-Situation erlebt haben: Eine wichtige Vorbereitung für Führungskräfte

Führungskräfte im Fernsehen: Warum eigentlich nicht?

[Lesezeit: 5 Minuten] Die Bedeutung von Bewegtbild-Kommunikation nimmt auch für B2B immer mehr zu: Youtube, Video-Casts und Social Videos sind heutzutage wichtiger denn je – und auch in Krisensituationen ist es wichtig, als Führungskraft vor der Kamera Haltung zu zeigen. Ein souveräner Auftritt vor der Kamera, sei es „nur“ vor der Belegschaft oder bei einem TV-Auftritt, ist für jede Führungskraft heute eine Grundqualifikation.

Um diese Qualifikation zu erwerben, reicht es allerdings nicht aus, sich das nötige Fachwissen nur anzulesen. Um auch in schwierigen Momenten vor der Kamera bestehen zu können, muss auch eine erfahrene Führungskraft solche Situationen in einem geschützten Rahmen zunächst erproben – und zwar unter möglichst realistischen Bedingungen, die nur in einem professionellen TV-Seminar geboten werden können.

Unsere neue Beitragsserie „Souverän vor Kamera und Publikum“ kann zwar ein professionelles TV-Training nicht ersetzen, soll aber bereits kameraerfahrenen Führungskräften dazu dienen, ihr Wissen aufzufrischen. Denen, die noch keine Erfahrung haben, lädt sie dazu ein, sich intensiver und professionell mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Einstieg: Rahmenbedingungen ausloten!

Bevor wir uns in den kommenden Ausgaben Themen wie Gesprächsführung, Auftreten und den Inhalten von Botschaften widmen werden, beginnen wir in diesem ersten Beitrag mit der Vorbereitung und setzen an der Stelle an, an der die akute Interview- oder Talkshow-Situation noch gar nicht begonnen hat.

Denn Sie sollten es unbedingt vermeiden, sich in eine Situation vor der Kamera zu begeben, ohne vorher die Rahmenbedingungen genau geklärt zu haben – eine Aufgabe, die häufig umfangreicher ist, als sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Wir werfen dazu mit dem Kommunikationsberater und Trainer für TV-Seminare Frank Plümer einen Blick auf die verschiedenen Aspekte, die Sie im Vorfeld in Erfahrung bringen sollten:

Plümer Communications Frank Plümer Berater Frank Plümer, Kommunikationsexperte und TV-Trainer

„Ein gutes Interview beginnt mit der Vorbereitung! Der wirtschaftliche Druck auf Redaktionen und damit auf Ihre Interviewer wächst heutzutage enorm. Eine Folge ist, dass viele Journalisten kaum noch ergebnisoffen recherchieren und mit bereits vorgefertigten Vorstellungen vom Gesprächsabläufen auf Sie zugehen. Um solche Situationen zu vermeiden, ist eine umfassende Vorbereitung notwendig: Informieren Sie sich im Vorfeld darüber, was Ihr Gesprächspartner mit Ihnen plant, welche Herangehensweise er dabei an den Tag legt und wie er zu welchen Themen in der Vergangenheit berichtet hat.“

#1 Personenauswahl
- Wozu soll ich mich äußern? Bin ich kompetent, mich zu dem Thema zu äußern und meine Kernbotschaften zu platzieren – Bin ich der Richtige?
- Warum bin gerade ich eingeladen worden, welche Absicht verfolgt der Sender beziehungsweise Veranstalter mit meiner Einladung?
Hier gilt es im Zweifelsfall, falschen Stolz abzulegen: Es mag häufig wie eine gute Gelegenheit erscheinen, vor der Kamera Botschaften platzieren zu können und es mag Ihnen gegebenenfalls sogar schmeicheln. Wenn Sie allerdings feststellen, dass Sie für das gewünschte Thema nicht ausreichend kompetent sind, schaden Sie im Zweifelsfall sich selbst und Ihrem Unternehmen. Das ist natürlich auch dann der Fall, wenn Sie an einer Runde teilnehmen, in der Sie bereits konzeptionell schon als Buhmann eingeplant sind.

Fernsehauftritt Unternehmenssprecher Geschäftsführung Coaching Raus aus der Comfort-Zone: Routine vor der Kamera kommt nicht von selbst

#2 Inhaltliche Vorbereitung
- Gibt es einen aktuellen Anlass für meine Einladung?
- Kann ich (bei Interviews) vorab schon den Fragenkatalog von der Redaktion bekommen?
- Welches Publikum erwartet mich und welche Qualifikation kann ich beim Publikum voraussetzen?
Der Mehrwert eines Auftrittes für Sie sollte es sein, Botschaften platzieren zu können. Dreht sich aber die Sendung um einen gegebenen Anlass, auf den Sie nicht vorbereitet sind, wird das kaum möglich sein. Erkundigen Sie sich deshalb genau, worüber Sie sprechen – und für welches Publikum das Format ausgelegt ist.

#3 Ablauf
- Handelt es sich um eine Live-Situation (TV, Podiumsgespräch, Präsentation, Live-on-Tape) oder um eine Aufzeichnung?
- Welcher Ablauf ist vorgesehen?
- Welcher Zeitrahmen steht für meine Beträge zur Verfügung?
Die unterschiedlichen Formate beinhalten ganz unterschiedliche Abläufe und führen zu jeweils unterschiedlichen Gesprächssituationen. All das ist in manchen Fällen bereits stark durchgeplant – auch bezogen auf Ihre konkreten Gesprächsbeiträge.

#4 Gesprächspartner
- Welche anderen Gesprächspartner sind noch eingeladen und welche Positionen vertreten sie?
- Welcher Moderator/Interviewpartner wird das Gespräch leiten und was weiß ich über ihn? Über welche Themen hat er bereits berichtet und Haltung und Herangehensweise sind dabei erkennbar?
Ein großes Maß an Sicherheit entwickeln Sie damit, herauszufinden, mit wem Sie sprechen werden. Nichts ist gefährlicher als unerwartete Themen und Gesprächstaktiken oder auch spezielle Verhaltensweisen und Auftreten Ihrer Gegenüber, mit denen Sie spontan nicht umzugehen wissen.

In unserem nächsten Beitrag der Serie „TV-Seminare“ sprechen wir mit Marcus Röver über das Thema „Rollenverständnis“ und die Frage, inwiefern sich eine geklärte Sicht auf die eigene Rolle im Unternehmen auf die Wirkung vor der Kamera und Publikum auswirkt.

Autor: Julian Christ

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