Social Media im B2B-Marketing richtig nutzen (Teil #4)

23.09.2020
Facebook in der B2B-Kommunikation
Quelle: unsplash.com/neonbrand
Auch wenn Facebook fast schon altmodisch wirkt: Mit der richtigen Strategie gelingt Marketers auch dort die B2B-Kommunikation

Facebook in der B2B-Kommunikation – outdated oder weiterhin aktuell?

[Lesezeit: 4-6 Minuten] Facebook ist nicht das allererste Netzwerk, das einem im Zusammenhang mit B2B-Kommunkation in den Sinn kommt. Anders als LinkedIn oder Twitter nutzen aufstrebende Professionals Facebook selten, um berufsbezogene Inhalte zu teilen oder Geschäftskontakte zu knüpfen. Ist Facebook im B2B-Geschäft also vollständig abgeschrieben?

Die Antwort darauf lautet: Jein. Dies hat mehrere Gründe. Wer sich fragt, wie er als Marketer seine Zielgruppe auf Facebook erreicht, muss erst einmal begreifen, dass sich B2C und B2B in diesem sozialen Netzwerk nicht trennen lassen. Kein Entscheider loggt sich auf Facebook ein, um sich über berufsbezogene Inhalte zu informieren. Auch Entscheider nutzen Facebook vorwiegend privat. Während Produktanzeigen für Mode und Lebensmittel auf Facebook sehr gut funktionieren, muss B2B-Kommunikation dort subtiler gestaltet werden.

Es geht nicht ums Verkaufen, sondern um „weiche“ Marketingmaßnahmen, die die Marke langfristig ins Bewusstsein rücken. Brand Awareness spielt ebenso wie Vertrauensbildung und der Verbreitung von relevanten Inhalten eine Rolle.

Weitere Möglichkeiten der B2B-Kommunikation sind unter anderem:

  • Imagepflege
  • Kundenbindung stärken
  • Traffic für die Unternehmenswebsite oder den Blog generieren
  • Informationsaustausch
  • Kundensupport
  • Personalrekrutierung

Zudem müssen Sie bedenken, dass der Altersdurchschnitt von Facebook-Usern verhältnismäßig hoch ist, wenn man sie mit den Usergruppen anderer sozialer Netzwerke vergleicht. Menschen über 35 sind auf Facebook häufiger unterwegs als auf Netzwerken wie Instagram oder TikTok. Die derzeitige Generation der Entscheider ist hier also gut vertreten.

Zielgruppen über die Fanpage erreichen

B2B-Unternehmen sprechen ihre Zielgruppe am Einfachsten über eine Fanpage an. Auf dieser Seite präsentieren sie eigene Inhalte, teilen Ankündigungen, Fotos und (Live-)Videos und tauschen sich direkt mit ihren Followern aus.

Wer als Marketer als Thought Leader auftritt, kann außerdem eine eigene Facebook Gruppe gründen, in der der Austausch zwischen Followern noch intensiver stattfindet. Als Moderator der Gruppe präsentieren Sie sich automatisch als Experte auf Ihrem Fachgebiet und vermitteln durch Einladungen und Zutrittsbedingungen Exklusivität.

Mehr Artikel wie diesen lesen? Dann abonnieren Sie jetzt den TONNO DIGITALE-Newsletter – Ihr persönliches Update in Sachen B2B-Marketing. Alle 6 Wochen neue Impulsbeiträge, Checklisten, Anleitungen und Best Practices von B2B-Champions wie Viessmann, Kuka, Still, Trumpf und Schaeffler. Kostenlos. Null Spam. Abmeldelink unter jeder Ausgabe. JETZT HIER ANMELDEN.

Niemals ohne Budget!

Gute Inhalte dürfen Sie auch auf Facebook nicht versauern lassen. Sie können noch so hilfreiche Beiträge verfassen: Wenn Sie diese nicht aktiv an Ihre Zielgruppe ausspielen, verpassen Sie wertvolle Gelegenheiten. Es gilt: Sie brauchen gerade für B2B-Inhalte für Facebook ein Werbebudget. Es lohnt sich langfristig! Der Facebook-Ad-Manager hilft Ihnen dabei Schritt für Schritt, Ihre Zielgruppe genau einzugrenzen und Ihre Inhalte bestmöglich auszuspielen.

Facebook Ads lohnen sich außerdem, wenn Sie bedenken, was anfangs erwähnt wurde: Facebook wird vor allem privat genutzt. Sie können dies nutzen, da Sie durch gut konzipierte und platzierte Werbeanzeigen ein Bedürfnis wecken und dem User eine Lösung bieten, von der er sich bis dahin nicht bewusst war, dass er sie braucht. Im Gegensatz zu Netzwerken wie LinkedIn ist Ihr Spielfeld außerdem größer, da sich weniger B2B-Unternehmen dort aufhalten. Ein weiterer Punkt: Leads kosten auf Facebook etwa nur halb so viel wie auf LinkedIn.

Erfolge messen – gerade auch bei Facebook

Facebook bietet natürlich genau wie alle anderen Social-Media-Kanäle ausführliche Analysetools an. Durch die erwähnten weichen Marketingmaßnahmen sind Verkaufsabschlüsse oder Leads jedoch nur teilweise nachvollziehbar. Mess- und belegbar sind dagegen Erfolge beim Aufbau der Followerzahl Ihrer Fanpage und die erreichten Interaktionen (Likes, Shares und Kommentare). Somit erfassen Sie, welche Themen Ihre Zielgruppe beschäftigen und welche Tipps sie wertschätzen.

Best Practice: Facebook für B2B im Einsatz

Drei Beispiele aus der B2B-Praxis:

#1 KUKAnizer, eine App von KUKA Robotics

KUKA nutzt mit seiner eigenen App KUKAnizer die Gelegenheit, ein Tool zur Steigerung der Effizienz zu bieten. Wie ein Industrieroboter stellt die App den Nutzern Statusmeldungen für ihr Facebookprofil zusammen und postet diese. Jeder, der ein Fan der Facebook Page von KUKA ist, kann die App nutzen und sein Profil regelmäßig mit Statusupdates füllen.

Quelle: KUKA
KUKA stellt auch in Videos seinen KUKAnizer vor
#2 Wer liefert was?

Die Suchmaschine für Lieferdienste postet hier Neuigkeiten und aktuelle Informationen. Ein interessantes Feature sind die Videotipps, die ungewöhnliche Lieferservices und Produkte vorstellen. Über die Reaktionen der Follower erhält Wer-liefert-was außerdem wertvolle Insights über aktuelle Fragen und Probleme.

wer liefert was teilt auf Facebook informative Inhalte und TippsQuelle: wer liefert waswer liefert was teilt auf Facebook informative Inhalte und Tipps
#3 Maschinenfabrik Reinhausen

Das mittelständische Maschinenbauunternehmen konzentriert sich auf seiner Facebook Page auf Recruitingthemen und postet regelmäßig Stellenausschreibungen, sowie Eindrücke aus dem Arbeitsalltag seiner Azubis. Zudem finden interessierte Follower Tipps zu Jobbörsen und aktuellen Events sowie ausführliche Einblicke in einzelne Tätigkeitsfelder des Unternehmens.

Die Maschinenfabrik Reinhausen nutzt Facebook unter anderem, um neue Mitarbeiter*innen vorzustellen Quelle: Maschinenfabrik ReinhausenDie Maschinenfabrik Reinhausen nutzt Facebook unter anderem, um neue Mitarbeiter*innen vorzustellen

Management Summary

B2B-Kommunikation auf Facebook gelingt, wenn Sie es als Marketer schaffen, Ihre Zielgruppe richtig zu adressieren. Dafür müssen Sie verstehen, dass diese Zielgruppe auf Facebook vorwiegend als Privatperson unterwegs sind und professionell relevante Inhalte eher unterbewusst wahrnehmen. Brand Awareness spielt dabei eine große Rolle und trägt zu langfristigen Erfolgen bei.

Um diese Entscheider genau zu finden, ist ein exaktes Targeting nötig, das sorgfältig recherchiert und aufbereitet werden muss. Ein Marketingbudget ist für die Nutzung von Facebook in der B2B-Kommunikation zwingend notwendig. Richtig aufgesetzt und um passende Landingpages ergänzt, liefern Facebook-Kampagnen gerade auch B2B-Unternehmen wertvolle Leads für das Neugeschäft.

Lesen Sie in den kommenden Ausgaben von TONNO DIGITALE auch die folgenden Teile unserer Serie „Social Media im B2B-Marketing richtig nutzen“:

Teil #5: YouTube
Teil #6: Instagram

Im ersten Teil unserer Serie zu Social Media im B2B-Marketing, haben wir Ihnen LinkedIn vorgestellt. In Teil zwei finden Sie acht Tipps für die Nutzung von Twitter, sowie Best Cases. Ob sich XING in der B2B-Kommunkation lohnt, erfahren Sie im dritten Teil: XING im B2B-Marketing: Nützlich oder nutzlos?

Autorin: Friederike Sajdak

Neuen Kommentar schreiben

Im Rahmen der Kommentarfunktion erheben wir personenbezogene Daten (Name, IP-Adresse) im Falle einer Kommentierung eines Beitrags. Beachten Sie dazu bitte unsere Datenschutzerklärung.

Serien

Unsere Themen

Bei TONNO DIGITALE dreht sich alles um spannende Tipps und Praxiseinsichten zu folgenden Aspekten: