Serie: Souverän vor Kamera und Publikum (Teil #5)

20.09.2019
Kleider machen Botschaften
Quelle: unsplash.com/Sharon McCutheon
Zu schick? Zu unauffällig? Die Antwort variiert bei Personen und Anlässen. Entscheidend für Ihr Äußeres ist in erster Linie die Frage, ob es genug Aufmerksamkeit für Ihre Botschaften gewährleistet.

Kleider machen Botschaften

[Lesezeit: 3-5 Minuten] Vertreten Sie Ihr Unternehmen vor der Kamera, stehen Sie nicht nur mit dem, was Sie sie sagen im Rampenlicht. Sie tun es auch als Erscheinung – und zwar häufig im wahrsten Sinne des Wortes. Daher ist es notwendig, sich über das eigene Aussehen und Auftreten Gedanken zu machen und sich entsprechend vorzubereiten.

Bei allen Fragen zu Ihrem Erscheinungsbild, gilt vor allem ein Grundsatz: Sie sind kein/e Prominente/r, kein/ Aktivist/in oder ein Model, dessen Beruf es möglicherweise ist, durch das eigene Aussehen aufzufallen und in Erinnerung zu bleiben. Als Vertreter/in Ihres Unternehmens ist es Ihr Ziel, Botschaften zu platzieren, die inhaltlicher Natur sind. Ihre Person spielt nur eine sekundäre Rolle, denn Sie wollen nicht wie ein/e Politiker/in gewählt werden.

Kleidung: (Fast) keine festen Vorgaben
Grundsätzlich sollten Sie sich so kleiden, wie Sie auch im Büro beziehungsweise bei der Arbeit erscheinen, um authentisch zu wirken. Die Zeiten, in denen Business-Kleidung ein Muss war, sind vorbei. Insbesondere jüngeren Menschen und Vertreter/innen junger Unternehmen kaufen die Zuschauer/innen einen legeren Look ab.

Nichtsdestotrotz sollten Sie gepflegt auftreten und verstärkt auf Kleinigkeiten achten wie Schuppen oder Haare auf der Kleidung, eine glänzende Stirn, den Sitz von Kragen, Krawattenknoten oder offene Blusen-Knöpfe.

Auch hinsichtlich der Farbe Ihrer Kleidung gibt es ein paar Grundsätze zu beachten. So sollten Sie dunkle Farben grellen Farben grundsätzlich vorziehen, weil sie angenehmer für das Auge sind. Rot macht den Akteur blass, Blau und Grau haben sich bei Fernsehauftritten hingegen als besonders gut bewährt. Ein No-Go sind fein karierte Oberteile.

Dadurch entsteht der so genannte Flimmer- oder Moiréeffekt: Über den Karos fängt das Bild an zu flimmern, was die meisten Zuschauer/innen stark irritiert – und Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, die eigentlich Ihren Botschaften gelten sollte.

Auch andere Kleinigkeiten können den Zuschauer extrem vom Inhalt ablenken: Das schönste Statement nützt Ihnen nichts, wenn der/die Zuschauer/in auf unbehandelte Rasierschnittwunden, Pickel (Abdeckstift benutzen!) oder Nasenlöcher schaut, die man vor dem Auftritt besser noch einmal gereinigt hätte. Das gilt für alle Formate – vom kurzen Statement bis zur zweistündigen Talkshow.

Für all diese Äußerlichkeiten gibt es eine Maske, in der Sie professionell vorbereitet werden.

Da dies aber nicht immer der Fall ist – insbesondere nicht bei Interviews im eigenen Hause – sollten Sie diese Frage rechtzeitig im Vorab klären.

Körpersprache: Die richtige Balance
Für Ihre Körpersprache gilt: Nehmen Sie grundsätzlich eine Haltung wie bei einem anregenden Gespräch mit einem guten Freund ein. Ihrem Gegenüber zugewandt, die Arme locker und auf keinen Fall verschränkt und freundlicher Blickkontakt. Allerdings sollten Sie trotz dieser Lockerheit eine gewisse Grundspannung signalisieren – gerade im Stehen, wo zum Beispiel ein aufrechter Oberkörper wichtig ist. Im Sitzen sollten Sie darauf achten, dass der Bauch nicht zu weit nach vorne rutscht, sondern aufrecht sitzen, auch wenn es vielleicht ungewohnt ist.

Um nicht von Ihren Botschaften abzulenken, sollten Sie vor allem auf eigene „Ticks“ achten, zum Beispiel Wippen oder Schaukeln mit dem Oberkörper. Das gilt genauso für Körperteile, die nicht im Bild sind, zum Beispiel Füße, denn die Zuschauer/innen haben auch ein sehr feines Gefühl dafür, was außerhalb des Bildes passiert.

Richtig und wichtig ist auch gut dosiertes Gestikulieren, weil es den Zuschauer/innen signalisiert, dass Sie mit Leidenschaft dabei sind und es die Inhalte unterstreicht. Doch auch hier gilt es nicht zu übertreiben und nicht von Ihrer Botschaft abzulenken.

Was hier das richtige Maß an Gestikulieren und Körpersprache ist, ist ohne eine Beurteilung von außen kaum möglich herauszufinden. Gerade für diese Fragen ist es also ratsam, sich zu schulen und im Rahmen von TV-Trainings professionell vorzubereiten.

Sprechen Sie mit dem Kamerateam!
Ein kleiner Tipp zum Abschluss: Treten Sie, soweit es das Format zulässt, vor einem Auftritt mit dem Kamerateam in Kontakt. Manchmal sind diese Fachleute es, die Ihnen einen Hinweis zu „Fehlern“ im Erscheinungsbild geben. Außerdem finden Sie so heraus, mit welchem Bildausschnitt und aus welchem Winkel Sie gefilmt werden sollen. Das kann entscheidend dafür sein, wie und auf welcher Körperhöhe Sie am besten gestikulieren und welche Haltung Sie dabei einnehmen.

Management Summary
Das äußere Erscheinungsbild spielt bei Fernsehauftritten eine entscheidende Rolle. Kleidung und Körperhaltung müssen der Situation angemessen sein, in jedem Fall aber seriös und authentisch wirken, denn Sie als Gast vertreten bei jedem Fernsehauftritt Ihr Unternehmen. Zu auffällige oder unangemessene Kleidung lenkt im schlimmsten Fall von Ihrer Botschaft ab und sendet falsche Botschaften.

Um sich optimal zu präsentieren, ist eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend. Unternehmensberater, aber auch Fachleute am Fernsehset selbst, können Ihnen dabei helfen, professionell aufzutreten und sich und Ihr Unternehmen im besten Licht zu präsentieren.

Hier noch einmal alle Teile unserer fünfteiligen Serie „Souverän vor Kamera und Publikum“ zum Nachlesen:

Autor: Julian Christ

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