Online-Recruiting: Tools und Formate

29.10.2020
Onlinerecruiting B2B Formate
Quelle: unsplash.com/Magnet Me
Onlinebewerbungen werden zur Selbstverständlichkeit. Unternehmen können sich per digitaler Tools Unterstützung holen.

Online-Recruiting: Die besten Formate und Tools

[Lesezeit: 2- 4 Minuten] Online-Recruiting ist für viele Personaler, aber auch für viele Bewerber*innen inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden. Aber was bedeutet Online-Recruiting eigentlich genau? Reicht dafür nicht eine Stellenanzeige auf der eigenen Unternehmenswebsite?

Nein, das tut es im digitalen Zeitalter längst nicht mehr.

Wir geben einen Überblick über die gängigsten Recruiting-Methoden, mit denen Sie garantiert die perfekten Bewerber*innen erreichen und nennen Ihnen unsere fünf Favoriten unter den Recruiting-Tools.

Ihre Stellenanzeigen können Sie auf folgenden Kanälen platzieren:

  • Unternehmens-Website
  • Unternehmensblog
  • Bewerber-/Jobportal
  • Social-Media-Kanäle
  • Mitarbeiter & Kontakte
  • Newsletter
  • E-Mail-Footer
  • Events
  • Online-Stellenportale
  • Arbeitgeberbewertungsportale
  • Jobbörsen

Für jeden Kanal bieten sich selbstverständlich individuelle Methoden an, um die Bewerber*innen optimal anzusprechen. Denken Sie daran, dass sich die Funktion der Stellenanzeigen in den letzten Jahren gewandelt hat. Das Informationsmittel ist zum Performance-Tool geworden. Heute sollen sie nicht mehr nur reine Sachinformationen liefern, sondern eine Interaktion des Bewerbers auslösen. Nach einem Klick erhalten die Bewerber im nächsten Schritt mehr Informationen über Ihr Unternehmen und vor allem die Möglichkeit, sich direkt online zu bewerben.

Mehr Artikel wie diesen lesen? Dann abonnieren Sie jetzt den TONNO DIGITALE-Newsletter – Ihr persönliches Update in Sachen B2B-Marketing. Alle 6 Wochen neue Impulsbeiträge, Checklisten, Anleitungen und Best Practices von B2B-Champions wie Viessmann, Kuka, Still, Trumpf und Schaeffler. Kostenlos. Null Spam. Abmeldelink unter jeder Ausgabe. JETZT HIER ANMELDEN.

Auf welchen Plattformen ist eine Onlinebewerbung möglich?


#1 Social-Media: Sie wollen die Bewerber*innen dort erreichen, wo diese sich sowieso aufhalten: Auf den Social-Media-Kanälen. Durch dort geschaltete Werbeanzeigen sowie Recruiting-Plattformen der Netzwerke ist dies oftmals der schnellste Weg, um Kandidat*innen zu erreichen.

Gute Beispiele für Netzwerk-eigene Recruiting-Plattformen sind LinkedIn und XING, die eigene Tools dafür anbieten: Den LinkedIn Recruiter und XING E-Recruiting 360°.

LinkedIn RecruitingQuelle: Screenshot LinkedIn.comDer LinkedIn Recruiter hilft Unternehmen wie Bewerber*innen, passende Stellen zu finden.

Nutzen Sie einfache Ads für die Generierung von Bewerbungen, indem sie diese auf die zugehörige Landingpage oder Ihre Website verlinken. Darüber hinaus bieten sich Postings in die berufsspezifischen Gruppen (zum Beispiel „PR-Stammtisch“) sowie in die lokalen Gruppen für Jobsuchende (wie „Jobs in München“) an.

XING RecruitingQuelle: Screenshot XINGXING bietet Recruitern fünf verschiedene Produkte an, die mit einer Lizenz gekauft werden können.

#2 Mobile-Recruiting-Plattformen: Das Matching-Prinzip von Apps wie Tinder wird zunehmend auf die Jobsuche übertragen. Apps wie Truffls finden dank Matching-Technologien passende Stellen für die Bewerber*innen und geeignete Kandidat*innen für Unternehmen. Der Bewerbungsprozess auf dem Smartphone und mit nur wenigen Klicks ist extrem schnell und erspart Bewerber*innen wie Personalern lange Suchprozesse. Ein Geheimtipp: Gerade für seltene Stellenprofile, die kaum oder gar nicht aktiv gesucht werden, bieten sich solche Plattformen an.

#3 Virtuelle Recruiting-Messen: Zukünftige Bewerber*innen informieren sich nicht nur online, sie kommunizieren auch vermehrt online mit potenziellen Arbeitgebern. Dafür bieten virtuelle Recruiting-Messen die ideale Gelegenheit, da sich Unternehmen und potenzielle Bewerber*innen dort erst einmal austauschen können, bevor es zur tatsächlichen Bewerbung kommt. In Zeiten von Reisebeschränkungen und Abstandregeln ein ideales Format, um eine breite Masse zu erreichen und in den Dialog mit potenziellen Bewerber*innen zu treten.

Unser Geheimtipp

Ein Schlagwort, was immer häufiger durch Bewerbungsprozesse geistert, ist „Recruitainment“ (ein Kompositum aus „Recruiting“ und „Entertainment“). In jeder Form von Konsum geht es heutzutage um Unterhaltung. Bewerber*innen möchten heutzutage auch im Bewerbungsprozess unterhalten werden, anstatt trockene Fragebögen auszufüllen, oder selbst stundenlang an perfekten Anschreiben und CVs zu feilen. Deshalb setzen viele Personaler auf kurze, unterhaltsame Online-Quizzes oder knapp gestaltete Fragebögen, die es den Bewerber*innen ermöglichen, ihre kreative Seite in den Antworten zu zeigen. Ganz am Ende folgt dann die Datenabfrage zur Übersendung der Kontaktdaten. Im nächsten Schritt muss dann der potenzielle Arbeitgeber auf die Bewerber*innen zukommen. Was einmal mehr zeigt, dass aus dem Arbeitgebermarkt längst ein Bewerbermarkt geworden ist.

Digitale Helfer: Recruiting-Tools

Um Ihre Flut an Bewerbungen schnell und effizient zu managen, bieten sich mittleren und großen Unternehmen ebenfalls bewährte digitale Tools. Recruiting-Tools helfen dabei, die Bewerber*innen zu sortieren, zu bewerten und auszuwählen sowie ihre Daten, oftmals mithilfe von Künstlicher Intelligenz, zu speichern und weiterzuverarbeiten.

Es gibt mittlerweile eine große Auswahl an Anbietern. Bei der Auswahl eines solchen Tool sollten Sie allerdings auf folgende Punkte achten:

  • Kundenservice und hohe Nutzerfreundlichkeit
  • CV-Parsing (Bewerberdaten werden automatisch erfasst)
  • Bewerberdaten werden einfach und übersichtlich gepflegt und verwaltet
  • Kandidat*innen können in externen Quellen gesucht werden
  • Relevante Kennzahlen werden für das Controlling aufbereitet
  • Filterfunktionen zur Durchsicht der Bewerber*innen
  • Features für die Zusammenarbeit von Recruiting-Teams
  • Kommunikationskanäle, um mit Bewerberinnen und Bewerber in Kontakt zu treten
  • DSGVO-konforme Datenverarbeitung
  • Veröffentlichung von Stellenanzeigen auf Unternehmenswebsite und Jobbörsen

Recruiting-Tools: Unsere Top 5


#1 Softgarden: Mit seiner leicht bedienbaren Oberfläche und seinem Fokus auf Teamwork eignet sich Softgarden vor allem für mittlere und große Unternehmen, bei denen mehrere Mitarbeiter*innen am Recruiting-Prozess beteiligt sich. Zudem bietet das Tool eine Mobile App an.

Quelle: youtube.com/Softgarden

#2 Rexx: Rexx eignet sich für mittlere und große Unternehmen und zeichnet sich dadurch aus, dass die Software eine Vorauswahl der eingegangenen Bewerbungen treffen kann. Zudem ist neben den Standardfunktionen eine statistische Auswertung möglich. Die Preise variieren je nach gewünschten Funktionen und können mithilfe eines Preisrechners auf der Website ermittelt werden.

Quelle: youtube.com/Rexx

#3 BeeSite: BeeSite bietet sehr viele Funktionen und hat einen hohen Automatisierungsgrad. So werden beispielsweise E-Mails direkt aus der Workflow-Funktion verschickt und Daten aus eingescannten Dokumenten entnommen. Die Preise variieren bei BeeSite je nach gewünschten Funktionen stark.

#4 Coveto: Coveto überzeugt vor allem durch die Möglichkeit der Stapelverarbeitung, die es Personalern erleichtern, große Mengen an Bewerbungen zu bearbeiten. Attraktiv sind außerdem frei erstellbare Kanban-Boards, um Prozesse zu visualisieren. Die Plattform ist sehr benutzerfreundlich und bietet Schnittstellen für die interne Kommunikation und für die Kommunikation mit Bewerber*innen. Die Kosten betragen 97 Euro im günstigsten Paket und 297 Euro im teuersten Paket für große Unternehmen.

#5 eRecruiter: Das Tool ist am besten für mittlere und große Unternehmen geeignet und ist extrem benutzerfreundlich. Auf Seite der Recruiter überzeugt vor allem die aktive Bewerber*innensuche und die Möglichkeit, auf über 1.000 verfügbaren Kanälen zu posten. Die Kosten betragen von 49 Euro monatlich für KMUs und Start-ups und individuelle Preispakete für größere Unternehmen.

Quelle: youtube.com/eRecruiter

Management Summary

Bewerber*innen erwarten heutzutage einen schnellen, unkomplizierten Bewerbungsprozess, den sie von ihrem Smartphone aus durchlaufen können und der sie idealerweise auch noch unterhält. Personalern stehen dafür eine Fülle an Plattformen zur Verfügung, die von der eigenen Unternehmenswebsite, über Social-Media-Kanäle bis hin zu Mobile-Recruiting-Plattformen und virtuellen Karrieremessen reichen.

Bei der Bearbeitung der eingehenden Bewerbungen helfen Ihnen Tools, die zeitintensive Arbeitsschritte wie Vorsortierung und Datenübertragung automatisiert übernehmen und zudem Projektmanagementboards und Kommunikationsschnittstellen bieten.
Die digitalen Plattformen und Tools bieten somit Bewerber*innen wie Personalern die Möglichkeit, den Bewerbungsprozess zeitgemäß, schnell und unkompliziert zu gestalten und die Auswahl der besten Kandidaten deutlich zu verschlanken.

Inwieweit Unternehmen Online-Recruiting schon nutzen und wie sich die Anforderungen an Bewerber*innen und Personaler in diesem Format ändern, lesen Sie in unserem Beitrag „Bewerben per Knopfdruck – Wie Unternehmen Online-Recruiting erfolgreich nutzen".

Autorin: Friederike Sajdak

Neuen Kommentar schreiben

Im Rahmen der Kommentarfunktion erheben wir personenbezogene Daten (Name, IP-Adresse) im Falle einer Kommentierung eines Beitrags. Beachten Sie dazu bitte unsere Datenschutzerklärung.

Serien

Unsere Themen

Bei TONNO DIGITALE dreht sich alles um spannende Tipps und Praxiseinsichten zu folgenden Aspekten: