Marktforschung

06.09.2018
Zwei Rennpferde
Quelle: Unsplash/Noah Silliman
Wetteinsätze nicht auf Rennpferde, sondern auf Unternehmensentscheidungen: Für manche Unternehmen ein erfolgreiches Prinzip

Prognosemärkte im Unternehmen: Marktforschung hausgemacht

[Lesezeit: 1-2 Minuten] Prognosemärkte – ein seltenes Wort aber ein bekanntes Prinzip, wie das Beispiel von Sport-Wettbörsen zeigt. Dass dieser Ansatz aber auch für die Marktforschung interessant ist, verdeutlichen politische und in jüngerer Vergangenheit vermehrt auch unternehmensinterne Prognosemärkte.

Entscheidend für die „Schwarmintelligenz“ solcher Märkte ist, dass im Unterschied zu klassischen Umfragen Teilnehmer danach gefragt werden, von welchem Ereignis sie glauben, dass es eintritt – und nicht danach, welches sie sich wünschen. Deshalb, und weil Teilnehmer mit ihrem Einsatz eigenes Kapital riskieren, wird den Ergebnissen besonders viel Aussagekraft beigemessen.

Vorteile auf verschiedenen Ebenen

Dieser Annahme folgend haben in der jüngeren Vergangenheit große Konzerne wie Google oder Microsoft Prognosemärkte vermehrt unternehmensintern als Marktforschungs-Tool eingesetzt. Dazu wird ein Markt aus Mitarbeitern geschaffen, die zu geschäftsrelevanten Fragen Prognosen abgeben. Dies wird vor allem in frühen Entscheidungsphasen getan, um kostspielige Fehlversuche in groß angelegten Umfragen oder bereits am Markt selbst zu vermeiden.

Dass dies ein immer bewährteres Prinzip ist, liegt an verschiedenen Vorteilen, die der Ansatz mit sich bringt:

1. In der Regel fallen geringere Kosten an als bei klassischen Umfragen
2. Aus dem Teilnehmerpool mit ausreichendem Know-How entstehen Ergebnisse von hoher Qualität
3. Mitarbeiter fühlen sich eingebunden und in Verbindung mit dem Anreiz eines Gewinnes gefordert
4. Mitarbeiter diskutieren untereinander über Unternehmensentscheidungen und es wird Identifikation und Bindung zum Unternehmen gestärkt

Wie Prognosemärkte in Verbindung mit der Blockchain-Technologie die Marktforschung verändern, erfahren Sie in unserem Beitrag: "Die Zukunft googeln?"

Autor: Julian Christ

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