Zusammenarbeit im Home Office

17.12.2020
Teamarbeit im Homeoffice
Quelle: unsplash.com/Mimi Thian
Die Kollegin am Schreibtisch besuchen? Im Homeoffice nicht möglich. Dank cleverer Tools ist ein persönlicher Austausch aber auch zu Hause kein Problem

Teamarbeit im Homeoffice: Wie Onlinetools Zusammenhalt fördern

[Lesezeit: 3-4 Minuten] In diesem Jahr mussten viele Mitarbeiter*innen ins Home Office wechseln. Für die Unternehmen stellte sich damit ein neues Problem: Wie schaffe ich einen Zusammenhalt im Team, wenn das Team sich kaum trifft?

Mit dem Home Office kamen die regelmäßigen Videokonferenzen. Die ausgebliebenen Vor-Ort-Kundentermine wurden über Zoom abgehalten, die internen Meetings ebenso. Doch die Gespräche in der Kaffeeküche und am Wasserspender können so nicht ersetzt werden. Einige Onlinetools wollen hier Abhilfe schaffen.

Sococo

Sococo wirbt damit, dass Teams, die in einem virtuellen Office sitzen, produktiver sind als Teams, die im gleichen Raum sitzen. Sococo bietet auch gleich die Lösung dafür an: ein virtuelles Office mit verschiedenen Gebäuden und Grundrissen. Je nach Teamstärke können Kunden hier aus den Vorlagen wählen. Innerhalb des Gebäudes können alle Personen, die eingeloggt sind, sich untereinander als Avatare sehen. An den Avataren ist auch erkennbar, was die Mitarbeiter*innen gerade machen: Ob sie gerade eine Video- oder Audiokonferenz machen oder ob sie etwas präsentieren.

Denn auch das Einladen von Gästen ist möglich: Mit beschränkten Zugangsrechten können so Kunden für eine Präsentation in einen Raum eingeladen werden. Dabei sind Tools wie Zoom, Microsoft Teams und Slack komplett integrierbar und können direkt über die Sococo-Oberfläche genutzt werden. Dabei können immer nur Personen, die in einem virtuellen Raum sitzen, an den Calls teilnehmen oder miteinander chatten. So soll die oftmals steife, formale Videokonferenz um die spontane Unterhaltung unter Kolleg*innen ergänzt und das Teamgefühl trotz physischer Distanz hergestellt werden. Sococo bietet auch Klassenräume an, hier können die Teilnehmer*innen zwischen unterschiedlichen Layouts wählen. Außerdem kann gegen einen Aufpreis das Layout der eigenen Schule integriert werden. Eine maximale Größe des buchbaren Teams gibt es nicht, Teams mit einer Größe von über 5.000 Mitarbeiter*innen sind möglich. Vor der Buchung können Sie das Tool 14 Tage kostenlos testen.

Sococo kostet in der günstigsten Variante 13.49$ pro Nutzer*in pro Monat bei jährlicher Zahlweise. Hier ist allerdings die Nutzung der Sococo-eigenen Audio- und Video-Konferenztools eingeschränkt, pro Account gibt es 500 Freiminuten. Statt der integrierten Konferenztools können Sie aber mit bestehenden Zoomaccounts arbeiten. Die Mindestgröße des Teams beträgt zehn Personen. Zusätzlich bietet Sococo eine Variante mit unbeschränkter Nutzung der eigenen Konferenztools an. Hier kostet jeder Account 24.99$ pro Monat, es müssen mindestens 100 Accounts gebucht werden.

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Pragli

Pragli bietet einen ähnlichen Ansatz: Auch hier soll das Tool dabei helfen, das Team miteinander zu vernetzen. Ebenso können hier einzelne Räume eingerichtet werden, auch Zoom und Slack sind integrierbar. In einer Übersicht lassen sich hier alle Personen aus einem Raum anzeigen. Über diese Profilübersicht können Personen auch direkt angesprochen werden und so eine Konversation gestartet werden. Mitarbeiter*innen, die beschäftigt sind und nicht unterbrochen werden wollen, können das unkompliziert verhindern und müssen dann angeklingelt werden.

Quelle: Screenshot Pragli.com

Eine besonders hilfreiche Funktion ist die Integration von Kalendern: Hier kann der Status automatisch auf beschäftigt gesetzt werden, wenn ein Termin ansteht. Für jeden einzelnen Raum wird eine URL erzeugt, über die auch Gäste in die Räume eingeladen werden können. Mitarbeiter*innen, deren Status nicht auf beschäftigt gestellt ist, können einfach in einen Raum gezogen werden. Hierbei bleiben Kamera und Mikrofon grundsätzlich aus Datenschutzgründen deaktiviert und müssen manuell aktiviert werden.

Als Gimmick bietet Pragli hier den Videoavatar an: Über die Kamera wird die horizontale Position und das Lächeln lokal ermittelt und auf einen Avatar projiziert. So wird zwar nicht das Kamerabild übertragen, die anderen Teilnehmer*innen erhalten aber dennoch ein persönlicheres Bild als einen einfachen Avatar. Ein Anwendungszweck, für den Pragli von den Entwicklern empfohlen wird, sind die virtuellen office hours. Dazu müssen Sie nur einen zusätzlichen Raum einrichten und den Link an alle Mitarbeiter*innen und Kunden weiterleiten, für die Sie die office hours anbieten möchten.

Pragli befindet sich derzeit noch in der Textphase und ist deshalb kostenfrei. Ein Limit bei der Teamgröße gibt es nicht, allerdings ist in der Testphase die Anzahl der Personen in einem Raum auf 17 beschränkt.

Teemyco

Wer Teemyco nutzen möchte, muss sich noch etwas gedulden. Teemyco ist derzeit ebenso wie Pragli in der Testphase, testen kann hier allerdings nur, wer eingeladen wurde. Teemyco bietet im Gegensatz zu Sococo und Pragli keine Einbindung eigener, externer Tools an, nutzt für die Videokonferenzen aber jitsi. Teemyco bietet die Möglichkeit, Räume abzuschließen, damit eine Konferenz unterbrechungsfrei abgehalten werden kann. Räume können auch spezifischen Zwecken zugeordnet werden: Der Hauptraum ist nicht für Konferenzen geeignet, da dort keine Audio- und Videoübertragungen möglich sind. Diese können für jeden Raum individuell vergeben werden.

Der Fokus von Teemyco liegt verstärkt auf Datenschutz, was sich auch daran zeigt, dass bei den Videokonferenzen auf jitsi gesetzt wird. Teemyco eignet sich nicht dafür, externe Gäste einzuladen, da die Einladungslinks ihre Gültigkeit behalten und Gäste auch nach Veranstaltungen den Raum wieder betreten können.

Teemyco ist für zwei Monate kostenlos, da auch hier noch die Testphase stattfindet. Nach den zwei Monaten müssen Sie sich entscheiden, ob Sie das Tool kostenlos weiterbenutzen wollen oder auf einen kostenpflichtigen Plan umsteigen wollen. Details zu den kostenpflichtigen Plänen sind derzeit noch nicht verfügbar.

Management Summary

Wer nur virtuell zusammenarbeitet, hat oft Probleme, Verbindungen zu Kolleg*innen aufzubauen. Verschiedene Tools wollen hier Abhilfe schaffen: Sococo, Pragli und Teemyco bieten ähnliche Leistungen an, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte. Wer mehr Wert auf Datenschutz legt, wird ebenso fündig, wie diejenigen, die gerne ihr physisches Büro virtuell nachbauen wollen.

Sie suchen ein Onlinetool, mit dem Sie auch remote Aufgaben teilen und sogar mit Kolleg*innen brainstormen können? Dann finden Sie in unserem Beitrag über Mural viele wertvolle Tipps und Empfehlungen!

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Autor: Magnus Schult

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