Teamführung in Krisenzeiten

08.04.2020
Frank Plümer Teamarbeit Corona
Quelle: PLÜCOM

Teams gut durch die Krise führen

[Lesezeit: 2-3 Minuten + Video] Das Verständnis für die Besonderheiten unterschiedlicher Teamkulturen ist der Schlüssel für eine Führung, die Mitarbeiter bei ihren Bedürfnissen abholt und auch in schwierigen Zeiten motiviert.

Jetzt, wo immer deutlicher wird, dass wir uns auf eine dauerhafte Krise einstellen müssen, kommt es darauf an, dass Sie Ihre Teams gut durch die kommenden Veränderungen führen. Dies gelingt umso besser, je ausgeprägter das Verständnis für die Besonderheiten unterschiedlicher Teamkulturen ausfällt.

Die Krise bringt bei den Mitarbeitern je nach Teamkultur spezifische Ängste und Bedürfnisse hervor. Je besser es es Ihnen als Führungskraft gelingt, diese zu erkennen und zu adressieren, desto leistungs- und anpassungsbereiter zeigen sich Ihre Mitarbeitende auch in schwierigen Zeiten wie diesen.

Schauen wir uns die vier wesentlichen Teamkulturen einmal zusammen an.

#1. Klassische Verwaltungseinheiten
In Abteilungen wie Lohnbuchhaltung oder Rechnungswesen geht es um administrative Höchstleistungen und das Einhalten präziser definierter Prozesse. Mitarbeitern solcher Teamkulturen ist Chaos ein Graus. Die Angst ist hier groß, durch veränderte Umstände gewohnte Ergebnisse nicht mehr zuverlässig liefern zu können.

Stellen Sie daher unbedingt sicher, dass trotz Home Office und Restrukturierungen immer klar ist, was, wann, von wem in welcher Qualität gefordert ist. Wichtig ist auch, dass hier Verantwortlichkeiten, Hierarchien und Privilegien jetzt möglichst unangetastet bleiben, um den Mitarbeitenden in der akuten Phase der Krise Halt und Orientierung zu bieten.

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#2. Abteilungen mit starker Teamidentität
In Teams wie zum Beispiel in Servicecentern, wird in der Regel ein starker Zusammenhalt und hohe Kollegialität gelebt. Der Gedanke, ganz oder teilweise ins Home Office oder in Kurzarbeit zu wechseln und auseinandergerissen zu werden, stellt für diese Mitarbeiter eine schwere emotionale Belastung dar.

Sofern solche Veränderungen unvermeidlich sind, sollten Sie alles daran setzen, den Zusammenhalt im Team zu fördern und dem emotionalen Austausch untereinander viel Raum zu geben. Ich empfehle Ihnen auch, die Neuverteilung von Verantwortlichkeiten nach Möglichkeit aufzuschieben, bis wieder eine Form von Normalität eintritt.

Quelle: PLÜCOM

#3. Typische Stabstellen
In Abteilungen mit strategischen Aufgaben – wie Rechts- oder Personalabteilungen – finden Sie häufig Einzelkämpferinnen und Einzelkämpfer. Sie legen Wert auf ein hohes Maß an Ergebnisorientierung und zugleich auf persönliche Entfaltungsmöglichkeiten und Refugien.

Rechnen Sie mit Befindlichkeiten bis hin zu massiven Widerständen, wenn es erforderlich wird, diese Mitarbeiter enger zu führen oder Abteilungen zusammenzulegen. Für Vertreter dieser Teamkultur ist es extrem wichtig, selbst an der Entwicklung von Lösungsansätzen beteiligt zu sein. Die Kommunikation solcher Anpassungen muss gut vorbereitet werden, höchst individuell ausfallen und von viel persönlicher Wertschätzung begleitet sein.

#4. Kreativteams und Projektgruppen
Kreativteams, wie sie etwa in Werbeagenturen oder in Entwicklungsprojekten zu finden sind, lieben die Schaffenskraft und Produktivität, die sie gemeinsam entfalten und die damit verbundenen Denk-Freiräume jenseits etablierter Prozesse und Strukturen.

Umso wichtiger ist es, Maßnahmen wie Home Office und Social Distancing so zu organisieren, dass sich die Teamenergie dennoch entfalten kann. Wenn hier ein hohes Motivationsniveau erhalten bleiben soll, dürfen Zukunfts- und Kreativprojekte jetzt nicht zum Erliegen kommen und die Mitarbeitenden nicht in rigide Controlling-Routinen eingebunden werden.

Management Summary
Ob Verwaltungseinheit, Servicecenter, Stabstelle oder Kreativteam – es ist nicht sinnvoll, bei anstehenden Veränderungen alle Abteilungen über denselben Kamm zu scheren. Führungskräfte, denen es gelingt, angemessen mit den spezifischen Mentalitäten unterschiedlicher Teamkulturen umzugehen und die jeweils richtigen Signale zu setzen, können auch in Krisenzeiten mit überdurchschnittlich engagierten Mitarbeitenden rechnen.

Lesen Sie auch unseren Beitrag zur gelungenen Kommunikation in Zeiten von Corona, mit drei Tipps, die Marketers jetzt unbedingt beachten sollten. Johannes Schley erzählt im Interview außerdem, wie gutes Leadership in der Krise gelingt und nennt seine wichtigsten Do's and Dont's für Marketers.

Autor: Frank Plümer

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