Tool Review: Online-Umfragen

28.09.2017
Umfragen liefern Unternehmen wichtige Informationen über ihre Zielgruppe
Unsplash/abi ismail
Zuhören, analysieren, umsetzen – Umfragen liefern Unternehmen wichtige Informationen über ihre Zielgruppe

Verstehen, wie der Kunde tickt

Umfragen sind das Mittel der Wahl, um ein Meinungsbild bei potenziellen Kunden, Geschäftspartnern oder auch Mitarbeitern einzuholen. Auch für die Lead-Generierung können Umfragen eingesetzt werden. Und nicht zuletzt sind Umfrage-Ergebnisse eine Content-Bank für jede Form von (Fach-)Pressearbeit. TONNO DIGITALE stellt einige Umfrage-Tools vor und verrät, worauf es bei der Erstellung eines Fragebogens ankommt.

Warum überhaupt eine Umfrage?

Was in den Köpfen von Kunden, Interessenten, aber auch Mitarbeitern vorgeht, lässt sich nicht erraten. Für ein Unternehmen ist es aber wichtig zu erfahren, welche Einstellungen und Sichtweisen seine Kunden haben. Auch neue Erkenntnisse über die Einschätzungen innerhalb der eigenen Branche oder Peergroup sind speziell im B2B-Bereich von großem Interesse, um die eigenen Strategien und Bewertungen überprüfen zu können.

Umfragen sind hierfür ein unentbehrliches Instrument. Dafür standen in der Vergangenheit ausschließlich kostspielige Omnibusumfragen oder Fokusgruppen zur Verfügung. Inzwischen ermöglichen verschiedene Online-Tools die Durchführung eigener Erhebungen ganz ohne Einschaltung eines Marktforschungsinstituts.

Fragen methodisch einwandfrei formulieren

Bei der inhaltlichen Gestaltung eigener Umfragen mit Hilfe eines Online-Tools ist vor allem methodisches Know-how gefragt. Suggestiv-Fragen oder hypothetische Fragestellungen werden in der Regel zwar beantwortet, die Daten sind aber meist nicht valide und bilden somit nicht die tatsächlichen Verhältnisse ab. Auch der korrekte Umgang mit Vorfiltern, Meinungsskalen und Mindest-Fallzahlen will gelernt sein.

Wichtig ist beispielsweise auch, dass die Umfrage nicht zu lang ist, damit die Teilnehmer sie nicht vorzeitig abbrechen. Mehr als 10 Minuten wendet kaum ein Teilnehmer auf. Kritisch sind auch Anreize für die Beteiligung, wie etwa die Teilnahme an einem Gewinnspiel oder anderweitige Gegenleistungen. Sie führen zu Gefälligkeitsergebnissen, die ebenfalls nicht belastbar sind.

Deshalb: Wer im Bereich der empirischen Sozialforschung keinerlei Vorkenntnisse hat, sollte von den Online-Tools Abstand nehmen oder externe Unterstützung hinzuzuziehen, um die Qualität der Studie zu gewährleisten.

Eine erste Hilfestellung bieten diverse Vorlagen der Anbieter, in denen einzelne Fragen oder ganze Umfragen zu speziellen Themen verfügbar sind. Verantwortliche kommen jedoch nicht darum herum, sich intensiv mit dem Thema Zielsetzung, Fragenformulierung und Methodik auseinanderzusetzen.

Die Tools

Das Erstellen einer Umfrage erfordert von den Anwendern meist keinerlei besondere technische Vorkenntnisse, die Benutzeroberflächen der gängigen Tools sind intuitiv und übersichtlich gestaltet. Schritt für Schritt fügen die Verantwortlichen hier ihre Fragen und Antwortmöglichkeiten über den Browser ein. Worin sich die Anbieter unterscheiden, sind ihre angebotenen Funktionalitäten. Zwei Beispiele hierfür sind SurveyMonkey und easy feedback.

SurveyMonkey

Je nach gebuchtem Paket bietet SurveyMonkey den Nutzern eine Vielzahl von nützlichen Features. Für die Umfragen stehen den Anwendern beispielsweise 13 unterschiedliche Fragetypen zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem auch Video- und Bildfragen sowie Bewertungsfragen. Auch die bereits erwähnten Fragen- und Umfragevorlagen stellt SurveyMonkey zur Verfügung.

Darüber hinaus können die Verantwortlichen selbst erstellte Vorlagen, Designs und Bild- und Video-Bibliotheken für zukünftige Umfragen als Standardvorlagen speichern. Design, Farben und Logos können außerdem benutzerdefiniert angepasst, die Umfrage somit im Corporate Design gestaltet werden. Zusätzlich ermöglicht SurveyMonkey die Erstellung von mehrsprachigen Umfragen.

Der Versand der Umfrage kann bei SurveyMonkey per E-Mail erfolgen, das Tool ermöglicht aber auch die Bereitstellung der Umfrage als Widget auf der eigenen Webseite oder in den sozialen Medien. Auch die Teilnahme per Smartphone oder Tablet ist problemlos möglich, da die Inhalte automatisch an die verschiedenen Endgeräte angepasst werden.

Für die Auswertung der Umfrage stehen den Anwendern je nach gebuchtem Paket unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Sie erhalten Echtzeitergebnisse und Datentrends der Umfrage, umfangreiche Berichte mit Filtermöglichkeiten, die auch als CSV-, XLS- oder PDF-Datei heruntergeladen werden können, Ergebnisse in Form von Diagrammen oder eine Übersicht über signifikante Unterschiede der Ergebnisse in den einzelnen Beantwortungsgruppen.

Eine vollständige Übersicht über alle Funktionen von SurveyMonkey finden Sie auf der Webseite des Anbieters. Einen kleinen Einblick in die Welt von SurveyMonkey liefert außerdem dieses Produktvideo:

Quelle: YouTube/SurveyMonkey

Preise: Das Angebot von SurveyMonkey beginnt bei 39 Euro im Monat (eingeschränkte Funktionen und Möglichkeiten) und reicht bis zum Premium Paket für 1.188 Euro im Jahr (keine Begrenzungen, voller Funktionsumfang). Zudem bietet SurveyMonkey eine kostenlose Version mit limitierten Funktionen an.

easyfeedback

Auch das Tool easyfeedback macht es Unternehmen leicht, eine Umfrage zu erstellen – wer doch noch Hilfe benötigt, findet diese in einem der Videos, die das Unternehmen auf seiner Webseite bereitstellt.

Per Drag & Drop können die Verantwortlichen beispielsweise Elemente verschieben, Fragen hinzufügen und den Aufbau der Umfrage live überprüfen. Ähnlich wie bei SurveyMonkey stehen ihnen dabei 12 unterschiedliche Fragetypen zur Verfügung, darüber ist es möglich, Bilder, Videos und Audio-Dateien einzufügen. Mit easyfeedback können die Fragen und Antwortmöglichkeiten in den Fragebögen der einzelnen Teilnehmer außerdem randomisiert und mehrsprachig erstellt werden.

Zur Beantwortung der Umfrage erhalten die Teilnehmer einen Umfragelink, der entweder über das integrierte E-Mail-Einladungssystem oder per manueller Mail verschickt, über Social Media bereitgestellt und auf der eigenen Webseite oder im Printmedium integriert werden kann. Eine besondere Funktion von easyfeedback: die Möglichkeit, automatisch ein Popup oder ein Einladungs-Layer auf der Webseite erscheinen zu lassen, sobald ein Besucher diese aufruft.

Schon während des Umfragezeitraums können die Anwender in Live-Statistiken die Ergebnisse der Umfrage beobachten. In einem abschließenden Report erhalten die Verantwortlichen schließlich die gesammelten Ergebnisse, die als Diagramm dargestellt, miteinander verglichen, gefiltert und als PDF oder Excel-Datei heruntergeladen werden können.

Eine vollständige Übersicht über alle Funktionen von easyfeedback finden Sie auf der Webseite des Anbieters. Darüber hinaus zeigt dieses Video im Schnelldurchlauf, wie eine Umfrage erstellt wird.

Quelle: YouTube/easyfeedback
Vom Erstellen einer Umfrage über Layoutgestaltung und Einladungsmanagement bis hin zum Ergebnisexport – in diesem Video zeigt easyfeedback im Schnelldurchlauf, wie eine Umfrage erstellt wird

Preise: Kostenlose Version mit unbegrenzter Anzahl an Umfragen, jeweils 75 Teilnehmern, zehn Fragen und eingeschränkten Funktionen; außerdem verschiedene Pakete beginnend bei 149 Euro für drei Monate mit eingeschränkten Funktionen bis hin zu 1.199 Euro für 12 Monate und vollem Funktionsumfang.

Weitere Anbieter

Die Liste der Anbieter für Online-Umfragen ist lang. So bieten auch 2ask, lamapoll, Polldaddy oder Survmetrics Tools für die Erstellung, den Versand und die Auswertung von Online-Umfragen an. Noch einfacher geht’s mit Umfragen über Doodle oder Facebook. Jedoch eignen sich diese Formen nicht für umfangreiche Befragungen unter Kunden und Interessenten.

Marketeers‘ Summary

Mit Hilfe von Umfragen erhalten PR-, Marketing- und Vertriebsverantwortliche einen umfassenden Einblick in die Strategien und Haltungen von Kunden und Wettbewerbern. Sie liefern konkrete Daten zu Themen, die ansonsten nicht eindeutig messbar und abbildbar sind. Entscheidend für eine Umfrage mit Mehrwert sind eine klare Zielsetzung, die Formulierung methodisch einwandfreier Fragen und eine Handlungsrelevanz der Ergebnisse für das Management. Sonst steht am Ende die Frage „so what?" – genau das ist mit guter Vorbereitung und dem nötigen Backgroundwissen vermeidbar.

Autor: Mareike Redder

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