Serie KI im B2B-Marketing Teil #2

05.03.2020
KI Voice Search B2B
Quelle: unsplash.com/laza gugleta
Voice Search wird immer beliebter – auch im B2B-Geschäft. Deswegen müssen Inhalte auch in diesem Format auffindbar sein

Voice Search im B2B-Marketing: Alexa, zeig mir B2B

[Lesezeit: 5-7 Minuten] Zeitgemäßes Marketing ist ohne den Einsatz von Voice Search kaum noch denkbar. Im B2C-Sektor haben die Sprachassistenten die Suchmaschinensuche schon fast eingeholt, so dass immer mehr Unternehmen ihr Marketing so ausrichten, dass sie über die Sprachassistenten auf dem Smartphone oder die Smart Home Devices gefunden werden können. Doch auch das B2B-Marketing muss inzwischen darauf ausgerichtet sein, dass Entscheider-Zielgruppen über diese Kanäle erreicht werden. Wie das funktionieren kann, zeigen wir Ihnen im zweiten Teil unserer Serie.

Voice Search – was ist das eigentlich?

Voice Search ist eine Sprachsuche, die auf einer Technologie basiert, mit der der Benutzer einen Sprachbefehl geben kann, um im Internet, auf einer Website oder in einer Anwendung eine Suche durchzuführen. Die Sprachsuche entwickelt sich zunehmend zu einer neuen Art, das Internet zu durchsuchen, was sich an der Beliebtheit von Sprachassistenten wie Alexa, Google Voice Search, Siri oder Cortana zeigt.

Künstliche Intelligenz verspricht speziell für Voice Search eine Basis, die sich automatisch weiterentwickelt, indem sie im Hintergrund mitläuft und mit jeder Suche dazulernt. Die Technologie durchsucht laufend Online-Inhalte und steht im gesprochenen Austausch mit menschlichen Usern. So lernt sie neue Informationen und vor allem neue Fragen der User kennen.

Ein Beispiel dafür ist Google Duplex. Google Duplex ist eine Erweiterung des Google Assistant, die menschliche Stimmen nachahmen und selbstständig Anrufe tätigen und beantworten kann. Google Duplex durchforstet genau wie eine Suchmaschine SEO-basierte Inhalte im Internet, sucht dabei aber nach Antworten, wie sie ein Mensch in gesprochener Sprache nutzen würde. Wie solche Inhalte aussehen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

youtube.com/Jo Q

Voice Search ist eine sehr junge Form des Marketings und unterscheidet sich wesentlich von anderen Marketingkanälen, die in den meisten Fällen auf Texten, Bildern und – wenn nötig – auf Ton basieren.

Da die Technologie nur über das gesprochene Wort und das Gehör funktioniert, müssen B2B-Marketers für die zusätzliche Versprachlichung von Inhalten sorgen. Damit bieten sich aber auch Gelegenheiten, Werbebotschaften zu platzieren.

Diese können in Form von Voice Ads erfolgen, aber auch durch die Nutzung der Sprachassistenten für das Branding oder die Nutzung von Sprachnachrichten und Sprach-Benachrichtigungen in einer App.

youtube.com/CNBC International TV

Wie können sich B2B-Markteters vorbereiten?

Um im Trend der Sprachassistenten nicht unterzugehen, müssen die Inhalte Ihres Unternehmens online erst einmal SEO-optimiert werden. Dabei sollten Sie vier grundlegende Aspekte beachten:

  • Konzentrieren Sie sich auf Mobile Content: Auch für B2B-Marketers gilt, dass Sprachsuchen am Häufigsten auf mobilen Geräten durchgeführt wird. Deswegen ist die mobile Optimierung wichtig. Diese Optimierung betrifft aber nicht nur die Textformulierungen, sondern die gesamte Darstellung im mobilen Design. Erhöhen Sie die Seitenladegeschwindigkeit, reduzieren Sie die Einbindung von Dropdown-Menüs und formatieren Sie Videos für eine vertikale Anzeige auf dem Smartphone um.
  • Erstellen Sie einen Google MyBusiness-Eintrag: So simpel es klingt, so hilfreich ist dieser Schritt, wenn es um die Suche per Voice Search geht. Füllen Sie den Eintrag mit strukturierten Daten wie Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten aus. Die Suchmaschine kann diese Daten optimal lesen und sie als Antworten auf gestellte Fragen angeben.
  • Beachten Sie die Nutzung von Long-Tail-Keywords: Damit werden mehrere Keywords bezeichnet, die zusammen in einer Suche verwendet werden und sich häufig aus W-Fragen zusammensetzen, also beispielsweise wer, was oder wo. User suchen per Voice Search meistens mit ganzen Sätzen und verwenden die Konversationssprache. Recherchieren Sie daher die für Sie relevanten Long-Tail-Keywords und bauen Sie sie in Ihren Content ein, um optimal für Sprachanfragen auffindbar zu sein.
  • Besetzen Sie die „Position Null”: In den Suchergebnissen einer Google-Suche erscheint immer ein spezifischer Textausschnitt über dem ersten Suchergebnis, der die beste Antwort auf die eingegebene Frage liefert. Dieser Textausschnitt steht auf der sogenannten „Position Null” und wird auch bei Sprachsuchen inklusive seiner Quelle ausgegeben. B2B-Marketers, die aktiv daran arbeiten, die „Position Null“ mit ihrem Content zu besetzen, steigern ihre Markenbekanntheit enorm. Bauen Sie also möglichst viele relevante SEO-Keywords in Ihre Texte ein. Google bedient sich bei der Auswahl der „Position Null“ gerne bei FAQ-Seiten und SEO-Basistexten, die idealerweise schon ausformulierte Fragen beinhalten.


Position Null auf Google besetzen Quelle: PLÜCOM/ScreenshotDie sogenannte Position Null ist der Suchmaschineneintrag, der noch vor dem ersten Eintrag erscheint und die eingegebene Frage am besten beantwortet

Nutzen Sie Sprachassistenten für Ihre Marke

Zwar nutzen viele Kunden im Privatleben Sprachassistenten wie Alexa und Siri, es ist jedoch schwer, werbliche Inhalte ohne Anzeigen in den dort auftretenden Suchanfragen zu integrieren. Dies gilt besonders für B2B-Marketininhalte.

Deshalb ist die beste Lösung für B2B-Marketers, die Sprachassistenten um spezifische Funktionen zu erweitern. Alexa beispielsweise bietet die sogenannten Alexa Skills an, die ausgewählte Features hinzufügen und bestimmte Inhalte für User schneller erreichbar machen.

youtube.com/Noah Herman

Unternehmen, die bereits eine eigene App anbieten, sollten die Möglichkeiten der Sprachassistenten dort voll ausschöpfen. Die Kunden werden so durch besonders innovative Features neugierig gemacht und erhalten bequeme Wege, die Services Ihres Unternehmens zu nutzen.

Voice Search gehört für viele User bei B2C-Produkten schon zum Alltag. Ein Trend, der auch für B2B-Suchanfragen immer wichtiger wird. Quelle: unsplash.com/Waldemar BrandtVoice Search gehört für viele User bei B2C-Produkten schon zum Alltag. Ein Trend, der auch für B2B-Suchanfragen immer wichtiger wird.

Sprachsuche im Content Marketing

Abgesehen von der Suche über Voice Search können B2B-Marketers auch die Möglichkeiten des Voice Marketings nutzen. Das bedeutet, dass Inhalte in gesprochener Form ausgespielt werden. Die Inhalte müssen also von vornherein auch als Sprachversion geplant und SEO-optimiert aufbereitet werden. Ein großer Vorteil dieser Aufbereitung mithilfe von Sprache ist die emotionale Nähe zum Nutzer, die durch Formate wie Texte so nicht möglich ist.

B2B-Marketers erhalten durch die Nutzung von Sprachassistenten die Gelegenheit, die Geschichten ihres Content Marketings noch effektiver zu erzählen. Der emotionale Aspekt der Kundenansprache, der für das B2B-Marketing immer noch eine Hürde sein kann, wird somit unterstützt.

Management Summary

B2B-Marketers müssen die Möglichkeiten des Voice Search für ihr Marketing unbedingt in Betracht ziehen. Da zu immer größeren Teilen nach B2C-Content per Sprachassistenten und Voice Search gesucht wird, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch B2B-Inhalte verstärkt auf diese Weise gesucht werden.

Content Marketing ist über Voice Search gut zu vermarkten, wenn die Inhalte SEO-optimiert ausgespielt werden und von vornherein als Sprachversion angelegt sind. Die emotionale Nähe, die durch die Sprachfunktion aufgebaut wird, bietet B2B-Marketers neue Möglichkeiten, ihre Inhalte hoch emotional zu präsentieren.

Im ersten Teil unserer Serie „KI im B2B-Marketing“ stellen wir vor, wie KI bei der Weiterentwicklung des B2B-Marketings hilft. Ob die Angst vor KI berechtigt ist und welche Chancen die Nutzung bietet, verrät KI-Expertin Tina Nord im Interview: „Mobile first wird zu KI first“.

Freuen Sie sich auf die folgenden Teile unserer Serie:

Teil #3: Texte erstellen mit KI - ein Weg auch für B2B?
Teil #4: Grafiken mit KI erstellen: Bilder der Zukunft
Teil #5: Die besten KI-Tools im Überblick

Autorin: Friederike Sajdak

Neuen Kommentar schreiben

Im Rahmen der Kommentarfunktion erheben wir personenbezogene Daten (Name, IP-Adresse) im Falle einer Kommentierung eines Beitrags. Beachten Sie dazu bitte unsere Datenschutzerklärung.

Beliebteste Artikel

Serien

Unsere Themen

Bei TONNO DIGITALE dreht sich alles um spannende Tipps und Praxiseinsichten zu folgenden Aspekten: