BLOGGER DES MONATS

09.03.2017
The-web-hates-me-Blogger Nils Langner: „Für einen bezahlten Backlink verramsche ich meine Marke nicht“
Nils Langner
Nils Langner: „Für einen bezahlten Backlink verramsche ich meine Marke nicht“

The-web-hates-me-Gründer Langner: „Wir haben das Agreement, dass ich alles ,verbloggen‘ darf“

Anstatt Sponsoring-Modelle zur Refinanzierung aufzusetzen, treiben den Coder Nils Langner ganz andere Motive. Wie der IT-Qualitätsmanager das Software-Entwickler-Blog Thewebhatesme.com („WHM“) erfolgreich auf- und strategisch ausgebaut hat.

„Die Dinge haben sich weiterentwickelt“

Eigentlich ist Nils Langner Software-Entwickler. Hauptberuflich bewegt er sich seit 2009 in der Verlagswelt, hat bei Gruner + Jahr und seit 2015 bei Bauer Xcel Media Deutschland das Qualitätsmanagement rund um deren Digitalprodukte aufgebaut.

„Anfangs war mein Blog eine Gedächtnisstütze, wo ich Dinge vermerkt habe, die ich nicht vergessen wollte“

Und vor rund einem Jahrzehnt gesellte sich eine weitere Leidenschaft hinzu: Im Sommer 2008 startete der studierte Informatiker die Vorgängerversion seines aktuellen Software-Entwickler-Blog Thewebhatesme.com.

WHM – das Blog hat in den letzten Jahren eine Evolution vom PHP-Blog hin zu einem Software-Entwicklungs- und Technologie-Blog hingelegtThewebhatesme.comUnter dem Claim „Erfolgreiche Software-Projekte im Web“ hat Langner seinen Fokus längst auch auf Führung und Qualität gerichtet

WHM betreibt er bis heute nebenberuflich. „Anfangs war die erste Version meines Blogs für mich eine Art erweiterte Gedächtnisstütze. Ich habe dort Dinge vermerkt, die ich gemacht habe, und nicht vergessen wollte“, erinnert sich der Blogger. Dann haben sich die Dinge weiterentwickelt.

Fokus erweitern Richtung Führung und Qualität

Inzwischen publiziert Langner in seinem Blog „Erfolgreiche Software-Projekte im Web“. Neben dem ursprünglichen Fokus auf die Skript-Sprache PHP geht es inhaltlich längst um mehr als nur Web-Entwicklung. Dazugekommen sind die Themen Führung und Qualität. Ein weites Feld, das Langner bespielt.

Publizist auf ganzer Linie

„Zwar habe ich eine grobe Planung. Aber im Grunde schreibe ich meist über Themen, auf die ich gerade Lust habe“, erklärt Langner. Derzeit stehen etwa „Kreativität und Ablenkung“ bei ihm als Management-Themen hoch im Kurs. Oder alles rund um die Software-Testing-Konferenz UKSTAR 2017, an der der Hamburger Blogger Ende Februar 2017 in London teilnahm.

„100 Gedanken zur Webentwicklung“

Dem nicht genug publizierte er vor vier Jahren bei der entwickler.press, Frankfurt, das Buchprojekt „Erfolgreiche Softwareprojekte im Web: 100 Gedanken zur Webentwicklung“ – eine Art papiergewordene Variante seines Blogs. Da Langner schon damals in seiner Szene bekannt war, verfasste er schon Gastkolumnen für das „PHP-Magazin“.

Arbeitgeber lässt freie Hand

Er referiert aktuell zudem auf Events wie demHamburger Webmontag. Und das neueste Projekt in seinem Köcher ist sein im November 2016 gegründetes nebenberufliches Start-up Leankoala (Claim: „Lean Testing as a Service“).

„Blog für beide Seiten eine Win-Win-Situation“

Seinen Arbeitgeber Bauer ficht das nicht an. Er lässt Langner freie Hand beim Bloggen, Netzwerken und Machen: „Wir haben das Agreement, dass ich alles ,verbloggen‘ darf, was mir bei der Arbeit unterkommt, aber dass ich nie explizit über meinen Arbeitgeber schreibe.“

Insofern sei WHM weder ein Firmen-Blog noch werde die Plattform zensiert oder redigiert – „außer von mir“, betont der Software-Entwickler. „Wir haben festgestellt, dass das Blog für beide Seiten eine Win-Win-Situation darstellt.“

Blogosphäre: Zahl der Interaktionen gesunken

Doch wie gut funktioniert B2B-Bloggen dieser Tage? Folgt man Langners Erfahrungen, dann ist die Zahl der Interaktionen mit den Lesern – vor allem bei der Reichweitenverlängerung über Facebook, Twitter und Co. – mittlerweile gesunken: „Wer es als B2B-Blogger, zumindest in der Webentwicklung, auf eine Refinanzierung etwa via Sponsoring angelegt hat, wird eher in die Röhre gucken“, warnt Langner.

„Keine Lust auf plumpe Kooperationsangebote von Werbungtreibenden“

Der Blogger kann sich mittlerweile über 1.500 Twitter- (@phphatesme) und 700 Facebook-Freunde (@thewebhatesme) freuen. Über die Zeit wurden diverse Artikel bis zu 30.000 mal gelesen – früher mit bis zu 20 Kommentaren pro Beitrag. Heute gibt es stattdessen mehr Likes auf Facebook und Retweets auf Twitter. Folgt man Langner, wird ein Artikel 600- bis 1.000-mal gelesen.

Qualität triff Quantität

Apropos Relevanz: Interaktionen sind gut, Werbefinanzierung noch besser? Jein. Der 1979er-Jahrgang hat keine Lust auf „plumpe Kooperationsangebote von Werbungtreibenden“.

Etwa von Interessenten, die sein Blog offensichtlich gar nicht gelesen haben, aber danach fragen, was die Platzierung eines Advertorials koste. „Für einen bezahlten Backlink verramsche ich meine Marke nicht. Dafür habe ich zu viel Herzblut in WHM gesteckt“, kritisiert er.

„Wer bloggt, greift auf ein immenses Netzwerk zurück, schiebt seine Karriere an, erhält Keynote-Anfragen und befeuert das eigene Unternehmen“

Anstatt zu werben, kann sich der Blogger neben Spaß, Ruhm und Ehre noch mehr Sinnhaftigkeit im Bloggen abringen: „Wer zum Beispiel als Berater bloggt, kann auf ein immenses Netzwerk zurückgreifen, seine Karriere anschieben, Keynote-Anfragen erhalten und mit seinem Medium das eigene Beratungsunternehmen oder – was wir für Leankoala planen – unser Start-up befeuern“, erklärt Langner.

Auf dem Weg zum nächsten Pivot

Entsprechend plant er, sein Blog mit einer Testing-Rubrik, die Domäne seiner neuen Firmengründung Leankoala, auszustatten und dort Experten-Interviews mit Qualitätsmanagern zu veröffentlichen. Es gibt also viel zu tun – ganz im Sinne von Dranbleiben am Bloggen. Aber vielleicht fällt Langners nächster Blog-Pivot auch ganz anders aus?

Über Nils Langner und WHM

Nils Langner, hauptberuflich Software-Entwickler und Lead Quality Manager bei der Hamburger Bauer-Verlagstochter Xcel Media, bloggt seit einem Jahrzehnt über die Tücken der Skript-Sprache PHP im Besonderen und Software-Entwicklung im Allgemeinen. Hinzu gesellen sich Führungs- und Qualitätsthemen. Ihn treiben der Ausbau seiner Marke, persönliches Fortkommen und Forscherdrang weit mehr als Fragen der Blog-Refinanzierung.

Langners Twitter- und Facebook-Tipps

Twitter für Conversions, Facebook für die Reichweite, so lautet – vereinfacht gesprochen – Langners Social-Media-Rezept. Der Blogger rät indes, sich haargenau den Fokus seiner Fanpages auf Facebook als Reichweitenbringer zu überlegen. Denn Namensänderungen, wie bei Langner vom PHP-Namen und Fokus seines ursprünglichen Blogs hin zum heutigen WHM – das tolerieren die Kalifornier von Facebook nicht.

„Ein Jahr, bis die neue Marke Fan-technisch so stark war wie die alte“

„Auf Facebook müssen Sie dann eine neue Gruppe gründen“, hat Langner vor drei Jahren am eigenen Leib erfahren. Die Folge: Bei WHM habe es fast ein Jahr gedauert, bis die neue Marke Fan-technisch so stark war wie die alte. Solche Einschnitte sollten Blogger am besten vorausschauend vermeiden.

Autorin: Kristina Schreiber

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