Tool-Review: Mobile-Learning-Apps

20.06.2017
Weiterbilden wann und wo man will – das versprechen Mobile-Learning-Apps
Pixabay/TheHilaryClark
Weiterbilden wann und wo man will – das versprechen Mobile-Learning-Apps

Weiterbildung goes mobile: Mit Gamification und Push-Nachrichten

Außendienstler, Logistiker, Produktionsmitarbeiter, Installateure – die Liste der Unternehmen, deren Mitarbeiter stark dezentral oder international organisiert sind, ist lang. Wie können sie dennoch sicherstellen, dass jeder auf dem aktuellen Schulungs- und Wissensstand gehalten werden kann, gerade in Zeiten des Digitalen Change? Die Lösung: Mitarbeiter-Apps als Mobile-Learning-Systeme. Wir stellen vier Anwendungen vor.

Digitaler Wandel der Weiterbildung

Der digitale Wandel macht auch bei der Aus- und Weiterbildung keine Ausnahme. Nahezu jeder Arbeitnehmer ist heute mit einem Smartphone ausgestattet. Der Trend geht daher in Richtung überall und jederzeit verfüg- und portionierbare Lerninhalte, ermöglicht durch Mobile Learning und Mitarbeiter-Apps.

Björn Carstensen, Geschäftsführer SENSOR Digitalmedia Germany ist von Mobile Learning überzeugtPeter HamelBjörn Carstensen, Geschäftsführer SENSOR Digitalmedia Germany ist von Mobile Learning überzeugt

Björn Carstensen, geschäftsführender Gesellschafter von SENSOR Digitalmedia Germany in Hamburg zeigt sich von den Möglichkeiten von Mobile Learning überzeugt: „Dezentrale Organisationen sind geradezu prädestiniert, die flexiblen, individuellen Möglichkeiten des Mobile Learnings zu nutzen.“

Spielerischer Ansatz

Mobile Learning setzt auf die standort- und zeitunabhängige Schulung von Mitarbeitern, die sich selbst aussuchen können, wie oft, wie viel, wann und wo sie sich weiterbilden. Eine dieser Mobile-Learning-Anwendungen kommt von repeatmobile in Berlin. Das Unternehmen bietet eine Mischung aus Native Apps (für jedes Betriebssystem eine eigene App-Version erforderlich, dafür ohne Internetverbindung verwendbar) und Hybrid Apps (laufen sowohl auf allen Endgeräten als auch Betriebssystemen, solange Netzanbindung vorhanden ist), die über die „repeatmobile Lern Plattform“ mit Inhalten bespielt werden.

„Lern-Apps helfen Anwendern dabei, ihre Lernziele zu erreichen und dabei Spaß zu haben"

Die Hybrid und Web-Apps ermöglichen es den Nutzern, die Lerninhalte auf verschiedenen internetfähigen Endgeräten zu empfangen. Die Nutzer können ihre Schulung oder das Seminar zum Beispiel am PC über die Web-App beginnen und von unterwegs über die native App zu Ende bringen.

„Anwender können ihr Lernen in der App individuell konfigurieren und sehen direkt ihren Lernerfolg. Das hilft ihnen dabei, ihre Lernziele zu erreichen und dabei Spaß zu haben“, resümiert Arne Flick, Geschäftsführer von repeatmobile.

Arne Flick, Geschäftsführer repeatmobile: „Lernen individuell konfigurieren und Lernerfolg direkt sehen“repeatmobileArne Flick, Geschäftsführer repeatmobile: „Lernen individuell konfigurieren und Lernerfolg direkt sehen“

Die „repeatmobile Lern Plattform“ beinhaltet ein Learning Management System (LMS). Es stellt zum Beispiel eine Messenger-Funktion zur internen Vernetzung, Gamification-Module wie Tests oder Quiz, und Push-Nachrichten für zum Beispiel Erinnerungen bereit. Eine native „Cards-App“ zeigt die Inhalte, ähnlich der Wallet App von Apple, in Form von Karteikarten an.

Weiterbildung zu jeder Zeit, an jedem Ort

Die Mobile-Learning-Lösung Lemon von SENSOR Digitalmedia Germany zeichnet sich indes dadurch aus, dass sie unabhängig vom Internetzugang genutzt werden kann. Sobald sich die Lerninhalte in der nativen App befinden, können Nutzer wissensbasierte Texte, Videos, PDFs, Podcasts und Präsentationen auch offline nutzen.

„Inhalte attraktiv gestalten, damit Lerner sie nicht als Belastung empfinden"

Wichtig ist dabei, dass die Inhalte attraktiv gestaltet sind und die Lerner sie nicht als Belastung empfinden, meint Carstensen. Gamification-Ansätze sind hier eine gute Möglichkeit, zum Beispiel in Form von Quizzes.

Die Lemon-App unterstützt alle gängigen Lernmanagementsysteme und die Betriebssysteme iOS und Android. Neben den Lerneinheiten kann sie auch Zusatzinformationen wie Kontakte, Kalender oder GPS einbinden und Push-Nachrichten senden.

Lernen mit Spaßfaktor: In der Lemon-App können Kollegen in Quizzes gegeneinander antretenLemon/SENSOR DigitalmediaLernen mit Spaßfaktor: Beim Quiz können mehrere Kollegen gegeneinander antreten und unter Zeitdruck Fragen beantworten

Auch der Einsatz von Videos ist für Nutzer attraktiv. Das Unternehmen Lecturio in Leipzig beispielsweise bietet in seiner E-Learning-Lösung, wie auch Lemon, die Möglichkeit, Trainings in Form von Videos einzufügen – textbasierte Inhalte werden durch visuelle Anreize ergänzt.

Mitarbeiterinformation nicht vergessen

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt Staffbase in Chemnitz mit seiner mobilen Lösung: Die responsive App ist auf die unternehmensinterne Mitarbeiterkommunikation und Informationsverteilung spezialisiert, kommt aber auch bei HR-Services und zum Zwecke der Mitarbeitermotivation („Employee Engagement“) zum Einsatz.

Artikel, Checklisten, Push-Nachrichten, Essenspläne, Umfragen, Fotos, Videos und Dokumente – das sind nur einige der Formate, die das System zur Verfügung stellt. Es ermöglicht außerdem, wie die meisten Anbieter, die App und Inhalte im Corporate Design zu gestalten und sie in vorhandene Tools und Content-Systeme zu integrieren.

Marketeers' Summary

Mobile Lernsysteme bieten Unternehmen heute schon viele Vorteile. Sie ermöglichen zeit- und standortunabhängiges Lernen und stellen es dem Nutzer frei, was, wie viel, wo und wann er lernen möchte. Zudem erhält dieser leichten Zugriff auf alle benötigten Informationen, attraktiv aufbereitet und ansprechend gestaltet. Schließlich lassen sich auch Kosten einsparen, denn: Schulungstage entfallen zum großen Teil, es entstehen daher auch keine Reisekosten.

„Gesunder Mix aus Schulungen vor Ort und digital"

„Mobile Learning sollte aber nicht als Ersatz für Präsenzschulungen gesehen werden“, warnt Carstensen. Es komme vielmehr auf den gesunden Mix aus Schulungen vor Ort und in digitaler Form an.

Autorin: Mareike Redder

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