SERIE: INTERNATIONALE PR (TEIL #2)

14.12.2016
Wie „glokale“ Zusammenarbeit in der PR funktioniert – von Frank Dudley, TÜV Rheinland
Pixabay
Wie „glokale“ Zusammenarbeit in der PR funktioniert

Wie internationale PR schlagkräftig wird – Tipps zum „Team-up“ von Frank Dudley, TÜV Rheinland

Pressearbeit grenzüberschreitend zu steuern, erfordert viel dezentrale Koordinationsarbeit. Frank Dudley weiß das aus eigener Anschauung. Im letzten Part unseres Zweiteilers erläutert der Pressesprecher Internationales bei TÜV Rheinland, was Architekten einer globalen Pressearbeit bei der Planung und Koordination beherzigen müssen – vor allem im kulturellen Miteinander der Teams.

#1 Eine Sprache sprechen und Prozesse verketten

„Wir mussten universelle Grundbegriffe etablieren und aus regionalen beziehungsweise globalen und kulturellen Zielkonflikten ein fruchtbares Miteinander machen“, erinnert sich Dudley. Dazu hat TÜV Rheinland in den unterschiedlichen weltweiten Regionen Workshops durchgeführt. Dudley rät: „Bringen Sie die Beteiligten zusammen, um Aufgaben zu definieren sowie um Strategien und Kommunikationsstrukturen zu entwickeln.“ Wie der Informationsaustausch in die Regionen hinein und aus den Regionen heraus funktioniert, ist nur eine von zahlreichen Fragestellungen, die geregelt werden wollen.

#2 Auf Synchronität kommt es an

Frank Dudley: „Unser deutscher Stakkatostil kommt nicht überall gut an“Frank Dudley: „Unser deutscher Stakkatostil kommt nicht überall gut an“

Achten Sie bei der Planung und Koordination der nationalen Teams darauf, dass Sie etwa einen weltweiten Produkt- oder Service-Launch synchron kommunizieren. Es könnte sich als nachteilig erweisen, wenn etwa der indische vor dem brasilianischen Markt von einer neuen Maschine oder Dienstleistung erführe. Ferner brauchen Sie Konzepte, wie Sie die Inhalte einer Leitmesse, aufeinander abgestimmt, in die unterschiedlichen Märkte tragen. Selbstverständlich muss der Content dafür übersetzt und angepasst auf die jeweiligen nationalen Spezifikationen vorliegen.

#3 Die Form folgt der Funktion

Der Aufbau und die Tonalität von Pressetexten in Deutschland, den USA und UK sind unterschiedlich. Entsprechend muss dieselbe Info für verschiedene Länder anders aufbereitet werden. So kommt beispielsweise in Indien „unser deutscher Stakkatostil nicht so gut an“, weiß Dudley. Dort dürfen Pressemitteilungen gern länger und ausführlicher ausfallen.

#4 So funktioniert „glokale“ Zusammenarbeit

Sie brauchen stets Raum für nationale Gepflogenheiten und müssen auch Ihre Ansprechpartner vor Ort stärken und positionieren. Corporate-Themen übernimmt beispielsweise die globale PR bei TÜV Rheinland. Diese reichert sie mit individuellen, landesspezifischen Inhalten an. Dudley: „Sie können dabei über Gemeinsamkeiten Skaleneffekte erzielen.“

„Während man in Vietnam mittags auch im Büro ein Nickerchen hält, gehen die Finnen früh nach Hause, um sich um ihre Kinder zu kümmern. Abends arbeiten die Finnen dann weiter.“

#5 Kulturunterschiede berücksichtigen, Konflikten vorbeugen

International können Kommunikationsverantwortliche nicht genug koordinieren und abstimmen, damit die PR in der Lage ist, klar und deutlich zu kommunizieren. „Sie dürfen aufgrund der Kulturunterschiede niemals annehmen, der andere ticke ebenso wie Sie“, warnt Dudley. Stellen Sie sicher, dass alle wissen, worum es geht. „Um Konflikten vorzubeugen, müssen Sie solche Themen in Trainings und bei Meetings ansprechen und darauf hinwirken, dass Ihre nationalen Team-Mitglieder frühzeitig bei Unklarheiten nachfragen“, so Dudley.

#6 Auf die Team-Zusammensetzung kommt es an

Damit die Team-Mitglieder eine starke, homogene Gruppe bilden, muss deren Auswahl inklusive der globalen Führung aus neugierigen, offenen Menschen bestehen. Ferner ist es wichtig, dass alle Beteiligten andere Kulturen und deren Eigenarten spannend und respektabel finden. „Während man in Vietnam mittags auch im Büro ein Nickerchen hält, gehen die Finnen früh nach Hause, um sich um ihre Kinder zu kümmern. Abends arbeiten die Finnen dann weiter“, erläutert Dudley. Ein gemeinsames Verständnis der jeweiligen Unterschiede erleichtert die Zusammenarbeit nach seinen Erfahrungen enorm.

„Basis legen, um später auch einmal anzusprechen, wenn etwas nicht gut läuft“

#7 Der Ton macht die Musik

Es ist essenziell, die Menschen vor Ort für sich zu gewinnen und schnell das kulturelle Eis zu brechen. Dudley lernt immer ein paar Sätze der Sprache seiner Partner, auch wenn die gemeinsame Arbeitssprache Englisch bleibt. „Reden Sie mit Ihren internationalen Kollegen und Partnern beispielsweise über die Landesküche“, rät er. Dudley erhält dann nicht nur Rückfragen nach deutschen Spezialitäten: „Erst auf dieser Grundlage gelingt es Ihnen, später auch einmal anzusprechen, wenn etwas nicht gut läuft“, resümiert er.

Marketeers' Summary

Neben harten Faktoren sind auch die zwischenmenschlichen Aspekte der Zusammenarbeit nicht zu unterschätzen. Daher sollte Cross-Border-PR weder Umgangston und -stil noch die Art und Weise, wie in den jeweiligen Kulturkreisen Kritik geübt wird, beim täglichen Miteinander dem Zufall überlassen. Eine gute Kenntnis kultureller Eigenheiten, Offenheit und Neugier sind für jeden PR-Verantwortlichen wesentliche Voraussetzungen, um sein Geschäft erfolgreich zu managen.

Autorin: Kristina Schreiber

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