Entertainment

19.05.2021
Projektor wirft Bild auf Leinwand
Quelle: https://unsplash.com/ | Jeremy Yap
PRler spielen in Blockbustern nicht allzu häufig die Hauptrolle

Abgedreht: PR-Leute als Filmhelden

[Lesezeit: 3-4 Minuten] „Thank you for smoking“, „Wag the Dog“, vielleicht „Hancock“: Diese Titel fallen einem schnell ein, wenn es um Filme mit Public-Relations-Vertretern im Drehbuch geht. Doch daneben gibt es manch eine Perle mit PR-Leuten in Aktion, die weniger bekannt ist. Drei davon stellen wir Ihnen näher vor.

Jersey Girl
Dieser Film aus dem Jahr 2004 mit Ben Affleck in der Hauptrolle ist nicht in jeder Szene völlig frei von Kitsch. Macht aber nichts, er ist so anrührend wie unterhaltsam und wartet mit einem schönen, zum Teil überraschend mutigen Humor auf.
Affleck spielt einen New Yorker PR-Berater im Jahr 1994, dessen Frau nach der Geburt des ersten gemeinsamen Kindes stirbt. Fortan muss er seinen aufreibenden Beruf und die Erziehung seiner Tochter parallel bewältigen. Maximal gestresst von der, wie man heute so sagt, „Doppelbelastung“, flippt er auf einer Pressekonferenz wegen eines nicht erscheinenden Stars vor den versammelten Medienvertretern aus. So korrigiert er die Doppelbelastung, denn seinen Job ist er danach los. Nicht nur bei einer Agentur, sondern bei allen, und nicht nur kurzzeitig, sondern längerfristig. Ein völlig neues Leben als Arbeiter auf dem Land beginnt, in dem er sich auch amourös neu einrichtet. Dann kommt doch wieder ein Angebot aus der großen Stadt.

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Im inneren Kreis
Erneut ein strauchelnder PRler, ebenfalls in New York, diesmal aber keine romantische Komödie, sondern ein Thriller oder Drama. Al Pacino erledigt für einen Hollywood-Star eine scheinbar einfache Aufgabe: Die drogensüchtige Geliebte muss aus dem Gefängnis abgeholt und in ein Flugzeug gesetzt werden. Leider wird sie ermordet, weil sie mit brisanten Informationen führende Kreise in Bedrängnis bringen könnte. Und Pacino soll wohl der nächste sein.
Man muss nicht gerade Angst haben, von der Originalität und Komplexität der Handlung überfordert zu sein. Al Pacino als müder, abgeklärter PR-Haudegen trägt den Film aber souverän, sodass raue und partiell schwarzhumorige Unterhaltung dabei herauskommt.
Der Film ist ebenfalls unter dem Titel „Der Kandidat – im Rausch der Macht“ bekannt.

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Ein Mann, der Stars macht – Der Medienmanager Josef von Ferenczy
Kein Spiel-, sondern ein Dokumentarfilm über eine deutsche PR-Legende: Der Ungar Josef von Ferenczy gründete eine der ersten hiesigen PR-Agenturen, wobei es sich anfangs um ein Unternehmen handelte, das Journalisten half, ihre Texte besser an Medien zu verkaufen. Später nahm von Ferenczy auch Kommunikationsaufträge aus Industrie und Politik an, avancierte zum schlitzohrigen Impresario der Öffentlichkeitsarbeit, sprühte vor Charme und Weltläufigkeit mit mehr als nur einem Odeur von Dandytum.
Die Doku aus dem Jahr 1994 nimmt den Zuschauer mit in die alte Bundesrepublik und die Prä-Internet-Ära. Ein hübscher Ausflug in die Antike der Public Relations – unser Beruf existiert in seiner ausdifferenzierten Form hierzulande ja erst etwa seit den 1950er Jahren und doch fühlt er sich heute natürlich bereits ganz anders an. Josef von Ferenczys große Agentur ist inzwischen unter unschönen Umständen verschwunden und er selbst 2011 gestorben.

Die Doku findet man kostenlos auf Youtube:

Ich habe einige Kolleg:innen gefragt, welche Filme ihnen zusätzlich einfallen. Hier die Nennungen:

  • Sex and the City: Die Rolle Samantha Jones ist PR Executive
  • Nicht auflegen!
  • Die Erfindung der Wahrheit
  • The Ides of March – Tage des Verrats
  • The Queen
  • America’s Sweethearts
  • No!

Autor: Alexander Janke


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